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Haan
Bombe bei Ostermann ist entschärft

Bombe in Haan bei Ostermann gefunden
Bombe in Haan bei Ostermann gefunden FOTO: Patrick Schüller
Haan. Bei Bauarbeiten auf dem Areal des Einrichtungshauses Ostermann in Haan ist eine Bombe gefunden worden. Der Blindgänger ist am Nachmittag entschärft worden. Auch der Busverkehr und die Autobahn-Anbindung waren zuvor von den Sperrungen betroffen.  Von Alexandra Rüttgen

Der Kampfmittelräumdienst hat die auf dem Gelände der Firma Ostermann gefundene Bombe am Nachmittag entschärft. Das berichtet Bürgermeister Knut vom Bovert, der seit 14 Uhr vor Ort ist. Es habe sich um eine amerikanische Fliegerbombe gehandelt. Zurzeit ist die Polizei dabei, die Straßensperren und die Sperrung der Autobahnabfahrt Haan-Ost aufzuheben. Eltern können ihre Kindergarten jetzt aus Schulen und Kindergärten abholen. Vom Bovert lobt die beteiligten Behörden und Unternehmen: "Das war professionell organisiert. Die beteiligten Firmen haben hervorragend mitgearbeitet."

 Ein Gebiet in einem Radius von rund 250 Metern rund um den Fundort wurde evakuiert. Die Landstraße kann nicht befahren werden. Die Anwohner wurden ins CVJM-Haus gebracht und werden dort von Rot-Kreuz-Mitarbeitern und Mitarbeitern der Stadt betreut.  Die A46-Ausfahrt Haan Ost wurde für die Entschärfung gesperrt.

 Von den Sperrungen rund um den Bombenfundort waren auch Buslinien betroffen. Wie die Sprecherin der Rheinbahn, Heike Schuster, berichtet, verkürzte die SB 50 ihre Tour. Die Linie 784 nahm den Weg der Linie O1.

Die Awo-Kindertagesstätte "Am Bandenfeld" wurde ebenfalls geräumt, weil sie innerhalb der Sicherheitszone liegt. Das sagt Barbara Quednau, Leiterin der Kindertagesstätte Bollenberger Busch. Ihre Kita liegt innerhalb der 500 Meter-Zone rund um den Bombenfundort. Das heißt, sie musste nicht geräumt werden. Die 90 Kinder blieben aber in den Räumen – trotz des schönen Wetters. Weil die Zufahrten gesperrt waren, konnten die Eltern ihre Kinder außerdem nicht abholen.

Die Kinder der Grundschule Bollenberg können so lange dort bleiben, bis die Eltern sie abgeholt haben. Das sagt Schulleiterin Edith Schlag. Die Schule liegt zwar außerhalb der 500-Meter-Sicherheitszone. Weil aber die Zufahrten in diesem Gebiet gesperrt oder vom Verkehr überlastet sind, kommen keine Autos oder Busse dorthin. Die Schule versucht zurzeit, die Eltern telefonisch zu erreichen. Für sie besteht auch die Möglichkeit, die Kinder am Sammelpunkt CVJM-Haus abzuholen. 100 Mädchen und Jungen besuchen die Grundschule Bollenberg im Ganztag.

Die 18 Erzieherinnen und Erzieher taten trotzdem alles, um die Mädchen und Jungen bei Laune zu halten: "Hier gibt es Eis und Schokolade. Die Kinder haben das nur teilweise mitbekommen", sagt Quednau. Für die besorgten Eltern hat die Kita einen Telefondienst eingerichtet. Sobald die Bombe entschärft und die Sperrungen aufgehoben waren, durften die Eltern ihre Kinder wieder abholen.  

 Noch unbestätigten Informationen zufolge soll es sich dabei um eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem zweiten Weltkrieg handeln. Die Bombe wurde auf dem Gelände des Möbelhauses Ostermann gefunden. Ostermann will das Gebäude durch einen Anbau erweitern. "Es bestand der Verdacht, dass sich dort noch Kampfmittel befinden", sagt Rennert. Daher wurde der Boden mit Detektoren abgesucht. Sie schlugen im Bereich der Gartenausstellung an.

Zeitzeuge erinnert sich an Angriffe 

Der gebürtige Haaner Friedhelm Kohl (79) glaubt, dass die heute Vormittag auf dem Gelände des Möbelhauses Ostermann gefundene Bombe  bei einem Angriff der Alliierten in der Silvesternacht 1944/45 abgeworfen wurde. "Damals gab es zwei Angriffe auf den Vohwinkeler Verschiebebahnhof", berichtet er. Vohwinkel ist ein Stadtteil von Wuppertal. Die Bomber zogen von dort aus weiter Richtung Westen über Haan und Solingen-Weyer und warfen ihre tödliche Fracht auch über dem Gelände ab, an dem heute Ostermann steht. In Mitleidenschaft gezogen wurde dabei auch der Ortsteil Irdelen. "Auf dem südlichen Teil stand ein Bauernhof, der einen Volltreffer abbekommen hat. Dabei ist eine Mutter mit drei Kindern umgekommen", berichtet Kohl.

Er ist sicher: "Das war nicht nur eine Bombe." Zu erwarten sei, dass in dem Areal rund um Ostermann und auch rund ums Krankenhaus auf Dauer noch weitere Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden. Tatsächlich handelt es sich bei dem Fund der Bombe heute nicht um einen Überraschungsfund, auf den beispielsweise eine Baggerschaufel gestoßen wäre. Vielmehr wurde die Bombe entdeckt, nachdem Experten das Gelände mit Metalldetektoren untersucht hatten.

(arue)
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