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Haan
Haan hat jetzt eine Bücherbox

Haan: Haan hat jetzt eine Bücherbox
Der Bücherschrank ist ein Gewinn für Haan, sind sich Frithjof Gerstner (RWE), Patin Petra Lerch (GAL) und Bürgermeisterin Bettina Warnecke einig. FOTO: Staschik
Haan. Der Stromversorger RWE hat den Tausch-Schrank spendiert. Er steht am Brunnen auf dem unteren Neuen Markt. Von Christoph Schmidt

Richtig chic sieht sie aus - Haans erste Bücherbox. Gestern haben Bürgermeisterin Bettina Warnecke und Frithjof Gerstner vom Sponsor RWE den Tauschschrank gemeinsam eröffnet. Er wurde offenbar schon sehnlich erwartet. Denn gut ein Dutzend Haaner war gekommen, um den Schrank mit Lesefutter zu bestücken.

Eine von ihnen ist Helga Vierdag, Ehefrau des Chefs der Stadt-Sparkasse und Mutter von vier Kindern im Alter zwischen sechs und 15 Jahren. Zwei große Taschen mit Büchern hat sie mitgebracht. "Die sind alle gelesen, einige schon mehrfach", versichert sie. Bei ihren Großen habe sie noch viele Kinderbücher entdeckt, die schon lange nicht mehr gelesen würden. "Auch unsere Jüngsten sind mit Lesestoff gut versorgt, sie haben viel geschenkt bekommen", berichtet Helga Vierdag: "Es wäre doch schade, wenn die schönen Bücher nur im Schrank stehen. Hier in der Bücherbox können sie auch noch anderen eine Freude machen."

Das ist in der Tat so, konnte man schon bei der Eröffnung beobachten. Die Grün-Alternative Liste hat die Patenschaft für den Bücherschrank übernommen. Fraktionsvorsitzende Petra Lerch brachte auch eine ganze Tasche mit Bücherspenden mit. Darunter war auch ein Kochbuch von TV-Moderator Alfred Biolek. "Das nehme ich mit", rief Jürgen Simon von der städtischen Wirtschaftsförderung ganz begeistert und versprach: "Dafür stelle ich etwas anderes in den Bücherschrank." Entworfen hat ihn der Kölner Architekt Hans-Jürgen Greve. Die Box ist 2,20 Meter hoch, 60 Zentimeter breit, wetterfest und hat Platz für rund 250 Bücher. Und macht ruckzuck schwarze Finger, musste Bürgermeisterin Bettina Warnecke überrascht feststellen.

"Der Bücherschrank besteht aus COR-TEN-Stahl", erläutert Frithjof Gerstner. Dieser Baustahl bildet unter Bewitterung eine Rostschicht, die vor weiterer Korrosion schützt - und schwarze Finger macht.

Der Haaner Schrank ist die 127. Bücherbox, die das RWE - das auch Haan versorgt - spendiert hat. "Ich bin begeistert, wie viele Leute schon zur Eröffnung gekommen sind", meinte Gerstner: "Das ist ein gutes Zeichen. Das Ding wird wuppen." Die Bücherschränke seien in vielen Kommunen ein großer Erfolg: "Das sind Selbstläufer. Wir werden von der Nachfrage geradezu überrannt." Nach anfänglicher Skepsis hätten viele Gemeinden festgestellt, dass der ungezwungene Tausch von Büchern eine gute Sache sei.

Bücherboxen sind nachhaltig und sie stärken die Gemeinschaft. In Hilden wird der Bücherschrank auf den Ellen-Wiederhold-Platz neben dem Rathaus so intensiv genutzt, dass manchmal der komplette Inhalt binnen eines Tages wechselt, hat Pate Wolfgang Becker schon staunend beobachtet.

"Mit dem unteren Neuer Markt haben wir einen guten Standort für Haans ersten Bücherschrank gefunden", ist Bürgermeisterin Bettina Warnecke sicher. Es gibt Sitzmöglichkeiten. Und neben dem plätschernden Brunnen lässt sich gut schmökern. Auch die Besucher des Haaner Sommers oder des Wochenmarktes können jetzt die Bücherbox nutzen. Ganz wichtig in Haan: Für die Kirmes, das höchste Volksfest der Gartenstadt, muss der Bücherschrank nicht weichen. Er kann bleiben, wo er ist.

Auch Roman Reinders, Leiter der Stadtbücherei, die nur ein paar Schritte entfernt liegt, hat rund 20 Bücher für die Give-Box mitgebracht. "Das ist mehr eine Schatzkiste für Bücherfreunde. Ich habe dort in Köln schon einige schöne und interessante alte Bücher gefunden", sagt er.

Quelle: RP
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