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Haan
Haaner ärgern sich über Rowdys

Haan: Haaner ärgern sich über Rowdys
Anwohner ärgern sich über Durchfahrtregel an Walder Straße in Haan: Im Bild Robert Lindig. FOTO: RALPH MATZERATH
Haan. Rücksichtslose Autofahrer fallen an der Walder Straße und am August-Macke-Weg auf. Von Alexandra Rüttgen

Ob morgens, abends oder am Wochenende, das Problem vor Robert Lindigs Haustüre ist stets dasselbe: Autofahrer setzen sich an der Walder Straße über die Verkehrsregeln hinweg. Sie nutzen die Walder Straße von Solingen kommend in Richtung Innenstadt als Abkürzung zur Autobahn - obwohl diese Straße eigentlich eine Anliegerstraße ist. Schilder weisen am unteren Ende der Straße in Höhe Heidberger Mühle klar darauf hin. Manche fahren auch mit überhöhter Geschwindigkeit über die eigentlich auf Tempo 30 begrenzte Strecke. "Dabei ist die Straße schmal und für ein solches Tempo nicht ausgelegt", sagt der 40-Jährige, der im öffentlichen Dienst arbeitet. Und manchmal fahren sogar Autofahrer aus Richtung Stadtmitte die Walder Straße hinunter, obwohl dies gänzlich verboten ist. Lediglich die Anwohner dürfen die Walder Straße auf dem Teilstück von Heidberger Mühle bis einige hundert Meter unterhalb des Schulzentrums in beiden Richtungen befahren.

Diesem Männchen am August-Macke-Weg fehlt die rote Fahne. FOTO: privat

Der Kreispolizei Mettmann ist das Problem bekannt. "Wir kontrollieren so oft, wie es geht", sagt ihre Sprecherin Nicole Rehmann. Das bestätigt Robert Lindig. Die Polizei tue, was sie könne. Doch eine abschreckende Wirkung scheinen diese Kontrollen nicht zu haben, hat der Anwohner festgestellt. "Zehn oder 20 Euro Strafe, das sind wohl einfach nicht genug."

Er sieht den Handlungsbedarf daher bei der Stadt Haan. Poller oder eine abschließbare Schranke sollten die Zufahrt zur Walder Straße abriegeln, wünscht er sich. Doch Helga Frehoff von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Haan winkt ab: Das Problem sei schon alt und seit Jahren bekannt, sagt sie. Tatsächlich wurden 2011 die ersten Klagen laut; seither hat sich offenbar nichts geändert. Denn die Stadt kann an dieser Stelle weder Poller, noch eine Schranke aufstellen: "Das ist eine öffentlich gewidmete Fläche", erläutert Frehoff. "Da müssen die Versorgungsfahrzeuge durch. Da kann man keine Absperrung vornehmen, als wäre das eine Privatstraße", sagt sie. Gerne wolle sie noch einmal die Beschilderung des neuralgischen Punktes prüfen. Womöglich seien Hinweisschilder nicht mehr sichtbar, verdreht oder verdreckt. "Aber das ist ein Zustand, mit dem die Anwohner wohl leben müssen." Den fließenden Verkehr zu kontrollieren, das sei im Übrigen Sache der Polizei, fügt Frehoff hinzu.

Die aber sieht sich außerstande, noch mehr zu leisten. "Wir kontrollieren im Rahmen unserer Streifen. Aber wir können nicht rund um die Uhr kontrollieren", sagt Sprecherin Nicole Rehmann. So sind die Anwohner, wie schon Jahre zuvor, mit ihrem Problem allein gelassen. Ihr Leidensdruck ist groß: "Manchmal passieren hier auch Unfallfluchten", weiß Lindig. Offenbar fahren Angetrunkene die Walder Straße entlang und streifen dabei parkende Fahrzeuge. In anderen Fällen habe er schon beobachtet, "wie Jugendliche verbotenerweise die Straße herunterfahren". Und bei manchen Polizeikontrollen bilde sich an der Walder Straße bergauf ein regelrechter Stau, "so dass Autos, die unten ankommen, gleich wenden und anderswo weiterfahren", erzählt Lindig. "Die Stadt sollte sich Möglichkeiten überlegen, wie man die Zufahrt dauerhaft beschränken kann", fordert er. Ähnliche Lösungen gebe es schließlich auch in Hilden.

Quelle: RP
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