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Haan
Haaner entdecken neue Seiten ihrer Stadt

Haan: Haaner entdecken neue Seiten ihrer Stadt
Heidemarie Linke (r.) erklärt Teilnehmern, wie die Kaiserstraße zu ihrem Namen kam - wohl aus Dankbarkeit, weil der Kaiser zum Bau der Ev. Kirche eine großzügige Spende gab. In ihren Händen: ein alter Siedlungsplan Haans. FOTO: Olaf Staschik
Haan. Mit Sonnenhut und Wasserflaschen ausgestattet, machten sich am Mittwochnachmittag 14 Haaner auf Heimattour mit der RP. Am Ende waren alle begeistert. Von Alexandra Rüttgen

Nicht immer nur geradeaus gucken, sondern auch mal nach oben und unten - das lohnt sich in Haan. 14 Teilnehmern der RP-Heimattour zeigte Stadtführerin Gabriele Linke am Mittwochnachmittag neue Seiten ihrer Heimatstadt. Oben: Giebel alter Häuser, in denen es zu Großvaters Zeiten noch Lastenaufzüge gab. Unten: Ein Band heller Pflastersteine auf dem Neuer Markt. Es soll zeigen, wo einst der Sandbach entlang plätscherte. Und überhaupt: Haan hat Geschichte, von der auch viele langjährige Einwohner nichts wissen. "Ich wohne seit 30 Jahren hier, aber eine Führung habe ich noch nicht mitgemacht", begründet Sabine Forsthoff ihre Motivation zur Teilnahme. "Ich will mal sehen, was man noch nicht kennt", ergänzt Edwin Baumgarten. Seit 1970 lebt der heute 82-Jährige in Haan.

Heidemarie Linke, Stadtführerin im Auftrag der VHS, leitet die Tour. Sie hat Kopien alter Fotos und Dokumente mitgebracht, die von alten Zeiten berichten. Der Begriff Haan kommt übrigens von "Hagen", was so viel heißt wie Hecke. Haan umgaben zu Zeiten des frühen Mittelalters keine Stadtmauern, sondern Dornenhecken. Zugleich hießen auch die vier "Stadtteile" Haans Hagen. Der Hahn hat also - erstes Aha-Erlebnis für die Teilnehmer - nichts mit dem Namen der Stadt Haan zu tun. Er kam erst zu Zeiten der Nationalsozialisten als Wappentier hinzu.

Weiter ging's im Text - und mit der Tour. Vom Neuer Markt über den Rathausparkplatz - mit "Hagen I" im frühen Mittelalter der älteste Siedlungsbereich Haans - zum Hallenbad, wo der Straßenname "Alter Kirchplatz" verrät, was hier früher einmal stand: eine katholische Kirche, erbaut im Jahre 935. Gepflasterte Umrisse auf dem Platz neben dem Schwimmbad zeugen noch heute von dem ehemaligen Gotteshaus, in dessen Nähe auch der Friedhof Haans gelegen haben muss. Starkem Wandel unterlag dieser Platz - hier standen auch mal eine Schmiede, eine Schule und eine Bücherei. "Die kenne ich noch. Die war da, wo jetzt das Schwimmbad ist", sagt eine Teilnehmerin.

Auch andere wissen den lebendigen Vortrag von Heidemarie Linke um eigene Erinnerungen zu ergänzen. Zum Beispiel diese: "Ich kenne den Neuer Markt noch, als im hinteren Bereich nur Sand war." Und natürlich kennen alle das Gebäude neben dem "Brauhaus Zum Dom", in dem einst Hochprozentiges hergestellt wurde - "der Butzelmann", rufen die Teilnehmer. Das Brauhaus hat seinen Namen übrigens nicht, weil man von dort bis zum Kölner Dom gucken könnte, sondern weil in der Nähe das alte "Hofesgericht" stand, auch "Dom" genannt. Noch ein Aha-Erlebnis. Nach zwei statt der geplanten einen Stunde schließlich Begeisterung: "Das was Sie hier gebracht haben, war ganz toll", sagt Horst Metzler.

Quelle: RP
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