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Haan
Haaner Sommer stärkt das Miteinander

Haan. Erstmals haben Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam einen Tag am Haaner Strand gestaltet. Von Nicole Kuska

28 Grad, blauer Himmel: Der Haaner Sommer machte seinem Namen gestern alle Ehre. Am Haaner Strand im Häusermeer war viel los. Zum ersten Mal haben Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam das Programm gestaltet - ein Experiment. Die RP hat mit allen Beteiligten gesprochen.

Die Veranstalter Fünf Behindertenorganisationen hatten sich zusammengetan. "Heute soll einfach jeder Spaß haben", sagt Nina Bleidt von der Evangelischen Stiftung Hephata: "Das Wort Inklusion haben wir für den heutigen Tag bewusst außen vorgelassen, denn es ist keine politische Veranstaltung.""Wir wollten etwas Neues für Behinderte machen und das passt ganz gut ins Konzept", erläutert Michael Halfter vom Verein Haaner Sommer: "Wir sind ein überschaubarer Kreis. Jeder hat seine Aufgabe bekommen. Wir sind gut organisiert, insofern war alles unkompliziert und keine große Herausforderung." Im nächsten Jahr soll es wieder ein ähnliches Fest geben: "Bisher läuft es ganz gut und wir würden das fürs nächste Jahr noch gerne weiter ausbauen."

Die Teilnehmer Dennis (29) steht gemeinsam mit seinem Betreuer am Grillen und verkauft Würstchen: "Ich finde es super geil hier. Normalerweise arbeite ich in der Gärtnerei Benninghof. Aber das Grillen macht Spaß und klappt ohne Probleme." Sebastian wohnt in der Evangelischen Hephata Stiftung Wohnen. Heute hilft er beim Catering: "Die Stimmung hier ist super - wie am Strand. Ich grille total gerne." Betreuerin Dagmar Polz von der Hephata Stiftung findet es gut, dass mehrere Einrichtungen beteiligt sind: "Ich finde es toll, dass der Tag von so vielen Menschen gestaltet wurde und dass die behinderten Menschen auch aktiv werden können. Viele Bewohner erkennen auch ihre Betreuer auf dem Fest wieder, sodass ihnen viele Gesichter vertraut sind." Hephata hat rund 35 Helfer im Einsatz, darunter sind sechs mit einem Handicap.

Die Besucher Ann-Marleen Zimmermann aus Haan hat mit behinderten Menschen bisher keine Erfahrungen. "Im Umgang mit beeinträchtigten Menschen habe ich manchmal Angst, etwas Falsches zu sagen", gesteht die 19-Jährige. Die Veranstaltung gefällt ihr gut: "Das Fest ist sehr schön und das Wetter ist echt super." Für Sylvia Zimmermann ist der Umgang mit Behinderten kein Problem: "Mein Bruder ist Heilerziehungspfleger und wir gehen auch öfters mal in einer Einrichtung für behinderte Menschen einen Kaffee trinken."

Das Programm Ein Menschenkicker ließ EM-Endspiel-Feeling aufkommen. Bodypercussion dient dazu, herauszufinden, welche Töne der menschliche Körper erzeugen kann. Dazu gab es jede Menge Musik. Die "Hephata Combo", "Acoustic5" aus Wuppertal mit jazzigen Pop-Arrangements und die Beach-Party mit DJ Fryday vom Rockin' Rooster Club sorgten für beste Unterhaltung. Durch das Programm führte Schauspieler Oliver Fleischer, den viele aus "Danni Lowinski", "Tatort" und "Wilsberg" kennen. Der gebürtige Bottroper lebt mit seiner Familie in Haan und leidet - nach eigenen Angaben - "weiter mit Schalke".

Quelle: RP
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