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Haan
Haaner verärgert über frei laufende Katzen

Haan: Haaner verärgert über frei laufende Katzen
Eugen Ordowski deckt den Sandkasten in seinem Garten mit einer Plane ab, die er nass macht, um Katzen fern zu halten. Sie nutzen die Spielstätte seiner Enkel sonst als Katzenklo. FOTO: Ralph Matzerath
Haan. Eugen Ordowski will, dass Katzen weniger Freigang haben, weil sie Probleme machten. Kein Einzelfall. Von Eike Hövermann

Sie streichen genussvoll schnurrend um die Beine, sind weich und verschmust. Können diese Tiere Böses tun? Die Antwort von Eugen Ordowski aus Haan ist ein ganz klares "Ja".

Denn bei ihm im Garten sind sie ein wahres Problem, die Katzen. "Bereits drei Mal musste ich dieses Jahr den Sand im Sandkasten wechseln", sagt er 69-Jährige. Das koste nicht nur viel Geld, sondern sei auch mit einer Menge Arbeit verbunden. Unter den Hinterlassenschaften der Nachbarskatzen leiden auch die drei Enkel Ordowskis, die oft aus Düsseldorf zu Besuch sind. "Die sollen einfach zu Hause aufs Klo gehen", sagt Linus (3).

Viele Möglichkeiten bleiben den Ordowskis erstmal nicht. "Wir decken den Sandkasten jeden Abend mit einer Plane ab." Wenn er das nur einmal vergesse, könne er sich sicher sein, am nächsten Tag wieder die unliebsamen Spuren im Sand zu finden. "Katzen haben so eine Art Narrenfreiheit", weiß auch Tierärztin Edda Hammerstein. "Man kann Katzenbesitzer für Vergehen des Haustieres zwar belangen", dafür müsse man die Katze aber erstmal dem richtigen Besitzer zuordnen, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins Haan.

Doch aus Sicht Ordowskis leidet auch die Tierwelt in seinem Garten unter den Raubtieren: Regelmäßig werden die Amseln, die in der das Haus umgebenen Hecke nisten, Opfer der haarigen Jäger. "In diesem Jahr wurden vier Nester ausgeräumt", empört sich Ordowski, der die zutraulichen Vögel gerne beobachtet. Auch werde in solchen Fällen oft mit zweierlei Maß gemessen. "An manchen Stellen können zum Schutz von Vogelarten ganze Gewerbeprojekte nicht verwirklicht werden", und im heimischen Garten fehlten solche Schutzmöglichkeiten.

Ein Lösungsvorschlag vom rüstigen Rentner: Die Tiere nachts einsperren. "Zumindest in der Brutzeit von Mai bis Juli", ist Ordowskis Idee. Doch bei Katzenbesitzern stößt er damit nicht auf Verständnis. "Da höre ich immer nur: 'Das ist doch nicht so schlimm' oder 'Meine macht sowas nicht'." Mit den Nachbarn zu sprechen, sei aber schon einmal der richtige Weg, meint Rainer Skroblies vom Haaner Ordnungsamt - und einen Schiedsmann einzuschalten, sollten die Fronten allzu verhärtet sein. Das Einsperren von an Freigang gewöhnten Katzen sieht Tierschützerin Hammerstein als Problem: Unsauberkeit und sogar Psychosen könnten die Folge sein.

Dass die Probleme von Eugen Ordowski keine Einzelfälle sind, zeigen zum Beispiel zahlreiche Foren im Internet, in denen sich auch der Senior informiert hat. "Da habe ich erstmal gesehen, was das für Ausmaße annimmt." Ein großes Problem seien vor allem streunende Katzen, also solche, die keinem Besitzer zugeordnet werden können. Und seit das Jagdgesetz in diesem Jahr geändert wurde, könnte das Problem weiter wachsen, meint zumindest Ludger Baumeister vom Landesjagdverband NRW. "Jäger können gegen streunende Katzen nichts mehr ausrichten." Bisher war es erlaubt, Katzen, die sich 200 Meter vom nächsten Haus oder Gehöft aufhielten, abzuschießen, das ist nun generell verboten. "So steigt der Druck auf Gärten und freie Landschaften", in denen Tiere, die in Bodennähe ihre Jungen aufziehen, nun massiv gefährdet seien.

Quelle: RP
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