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Haan
Hauchdünne Mehrheit für Radweg

Haan. Einzelhändler: Parkplatzverzicht ist existenzbedrohend. Backstube an der Bahnhofstraße schließt. Von Alexandra Rüttgen

Der Wirtschaftsförderungsausschuss spricht sich mit der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme für einen Fahrradschutzstreifen an der B 228 in Höhe der Bahnhofstraße aus. Dafür stimmten SPD, GAL und WLH (neun Stimmen), dagegen wandten sich CDU, FDP und AfD (acht Stimmen). Damit bestätigte der Wirtschaftsförderungsausschuss den Entschluss des Verkehrsausschusses, der sich am 26. April ebenfalls für den Schutzstreifen ausgesprochen hatte. Danach hatten allerdings ortsansässige Einzelhändler mit rund 1700 Unterschriften gegen den Beschluss protestiert. Bürgermeisterin Bettina Warnecke ließ die Diskussion daher noch einmal aufrollen.

Ralf Mertes, Inhaber der an der Bahnhofstraße ansässigen Textilreinigung "Sauberland" und Sprecher der betroffenen Einzelhändler, richtete sich am Donnerstagabend mit einem eindringlichen Appell nochmals an die Ausschussmitglieder. "Wir haben hier 100 Prozent Fahrkundschaft. Jede weitere Einschränkung der Parkplätze ist existenzbedrohend." Dass die benachbarte Bäckerei voraussichtlich im November schließe, sei ein Signal für den Überlebenskampf am Standort, der durch die lang andauernden Bauarbeiten noch verstärkt worden sei. Petra Lerch (GAL) kann hingegen aus eigener Anschauung - "ich fahre oft genug da vorbei" - keinen großen Parkdruck erkennen. Jens Niklaus (SPD) betonte, "dass es ein Denkfehler ist, dass alle Kunden mit dem Auto kommen". Und Annegret Wahlers (WLH) gab zu bedenken, dass "Haan keine Insel ist. Es entwickelt sich eine immer stärkere Fahrradkultur in Deutschland. Es ist wichtig, dass wir diese neuen Paradigmen aufnehmen und umsetzen." Die Schließung der Backstube habe nichts mit dem geplanten Fahrradstreifen zu tun. Bestätigende Zahlen lieferte Guido Mering vom Tiefbauamt: Der Bestandsaufnahme durch einen Gutachter zufolge waren am Untersuchungstag "zu keinem Zeitpunkt alle Parkplätze belegt". Der größte Parkdruck habe zwischen 16 und 17 Uhr geherrscht. Laut Gutachter könnten am Standort 30 Stellplätze problemlos abgebaut werden. 44 würden verbleiben. Das wären ausreichend. "Und egal, welche Variante wir für den Fahrradschutzstreifen wählen, es bleiben immer mehr als 44 übrig", so Mering.

Das Votum des Wirtschaftsförderungsausschuss sagt noch nichts über den endgültigen Beschluss aus, den der Rat voraussichtlich am 15. November fasst: Zünglein an der Waage sind dann die Stimmen von UWG und Bürgermeisterin.

Quelle: RP
 
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