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Haan-Gruiten
Helfer lernen, wie man Flüchtlingen hilft

Haan-Gruiten: Helfer lernen, wie man Flüchtlingen hilft
Diplom-Psychologe Sedat Sari (hinten links) arbeitet in dem Seminar in Gruiten in Kleingruppen mit den Teilnehmern. FOTO: Olaf Staschik
Haan-Gruiten. Für das Seminar des Bürger- und Verkehrsvereins gab es mehr Interessenten als Plätze. 130 Gruitener wollen sich engagieren. Von Nicole Kuska

"Ehrenamt bedeutet, dass jeder alles im Rahmen seiner Möglichkeiten gibt", erklärt Sedat Sari: "Dabei sind zwölf Stunden genauso gleichwertig, wie eine halbe Stunde." 23 Ehrenamtler hören dem Referenten vom Katholischen Bildungswerk Köln aufmerksam zu. Im Evangelischen Gemeindehaus auf der Prälat-Marschall-Straße bietet der Bürger- und Verkehrsverein Gruiten ein Seminar für Flüchtlingshelfer an. "Wir hatten viel mehr Interessenten als Plätze", freut sich Vorsitzender Wolfgang Stötzner über die große Hilfsbereitschaft in Gruiten.

Das Seminar ist ein Modul von vier Bausteinen zur Aus-und Weiterbildung von ehrenamtlichen Helfern des Gruitener Bürger- und Verkehrsvereins. Themen sind unter anderem Zeitmanagement, Kompetenzerkennung und Kompetenzerweiterung. "In den anderen drei Seminaren wird es um die Themen Interkulturelle Kompetenzen, Rechtsfragen und Gewaltprävention gehen.

Das heutige Seminar wird allerdings noch für die anderen Helfer wiederholt", erläutert Vorstandsmitglied Frauke Heiden-Ziegert. Bald werden die ersten Asylbewerber in das ehemalige Rockwell-Gebäude einziehen. "Die ehrenamtlichen Helfer könnten künftig die Flüchtlinge im Alltag unterstützen und ihnen beispielsweise zeigen, wie eine Waschmaschine bedient wird, ihnen wichtige Orte in Gruiten zeigen und sie einfach mit der für die Flüchtlinge fremden Umgebung vertraut machen", erzählt Heiden-Ziegert: "Momentan sind wir auch dabei, ein Begegnungscafé zu organisieren und suchen Räumlichkeiten dafür." Warum setzen sich die Seminarteilnehmer für andere ein?

"In Zukunft werden wir ja alle mit den neuen Menschen zusammen leben und da möchte ich mich auch mit einbringen und meinen Kindern ein Vorbild sein", sagt Iris Scheer: "Ich denke in einer so kleinen Gemeinde geht das auch ganz gut, weil hier weniger Anonymität herrscht." Welche Erwartungen hat sie an das Seminar? "Ich habe mir erhofft, dass einem die Ängste vor den neuen Menschen genommen werden", gibt sie Auskunft: "Das hat der Referent auch geschafft. In den Medien gibt es sehr viele negative Beispiele und das nehmen die Leute dann natürlich auch an." Das erste Modul hat der Gruitenerin gut gefallen: "Ich bin jetzt noch motivierter als vorher und bin bereit für das Ehrenamt."

Joachim Ziegert lässt sich ebenfalls fortbilden. Nach einer Informationsveranstaltung über die Asylsuchenden, die in Gruiten untergebracht werden, hat er sich entschlossen, selbst aktiv zu werden und auch etwas zu tun: "Ich bin einfach mit einer gewissen Offenheit zu dem Seminar gekommen. Bei der Fragestellung, wie man am besten mit den Flüchtlingen umgeht, hat mir das Seminar sehr geholfen."

Quelle: RP
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