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Haan
Im Gebiet Hasenhaus haben Schwalben jetzt ein neues Dach

Haan. Am Rückhaltebecken Dinkelweg wurde ein Schwalbenhaus aufgestellt. Naturschützer, Stadt, Sponsoren und Wasserverband kooperierten. Von Gundel Seibel

Im Gruitener Hasenhaus-Gebiet wurde gestern ein ganz besonderes Haus bezugsfertig. Unter einem Spezialdach auf einem vier Meter hohen Mast hat der Bauhof in Zusammenarbeit mit den Naturschützern 20 Nester für Rauchschwalben installiert. Damit können die vielen im Hasenhaus-Gebiet vorkommenden Rauchschwalben abseits von Wohnhausfassaden und -dächern nisten. Der Schwalbenturm ist am Regenrückhaltebecken am Dinkelweg aufgestellt. Durch das Wasser und den lehmigen Boden erhalten die Vögel das Baumaterial zur Vollendung der vorgefertigten Nester.

"Außerdem gibt es dort immer viele Mücken als Nahrung für die Schwalben", sagt AGNU-Sprecher Sven Kübler. Schon am Tag der Eröffnung waren am Himmel zahlreiche Rauchschwalben zu sehen. "Es ist bekannt, dass diese Schwalbenart um den 1. Mai herum in Gruiten ankommt", weiß Kübler. Die Vögel seien an ihren weißen Bäuchen zu erkennen.

Der Dachdecker René Fügener hat das Dach hergestellt und teilweise gespendet. Finanziert wurde das Bauprojekt von der Stadt Haan und der AGNU gemeinsam - Kosten etwa 5000 Euro. "Ich finde diese Aktion sehr positiv", sagt Peter Kannemann vom Bauhof. Gemeinsam könne nachhaltig in und für die Natur gearbeitet werden, fügt Kübler hinzu. Es gebe eine Reihe von Besonderheiten in Haan, die gehegt und gepflegt werden müssten. Da leisten AGNU-Mitglieder viel Arbeit.

Neben der jüngsten Rauchschwalben-Aktion stehen die Gruitener Wildorchideen weit oben auf der Prioritätenliste. Kannemann schwärmt vom Purpurroten Becherling, ein äußerst seltener Pilz, der in der Grube 7 vorkommt. Wenn die Rauchschwalben ihr neues Zuhause annehmen, könnten schon Ende Mai die ersten Schwalben schlüpfen. Die würden von ihren Eltern etwa 20 Tage lang gefüttert. Zwei- bis dreimal im Jahr wird gebrütet. Bei der Aufzucht der Geschwister helfen die zuerst geschlüpften Vogelkinder mit.

"Besonders reinlich" seien die Rauchschwalben-Eltern, weiß Sven Kübler. Der Kot der Jungen werde regelmäßig aus dem Nest geworfen. Hasenhauser Bürger hoffen jetzt, dass die Vögel die Nester annehmen und künftig weniger an ihren Hauswänden brüten.

Quelle: RP
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