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Haan
Jugendliche und Politiker an einen Tisch

Haan: Jugendliche und Politiker an einen Tisch
Jörg Dürr, Annette Braun-Kohl, Knut vom Bovert, Daniel Oelbracht, Miriam Knobe, Julia-Marie Sobing, Peter Schniewind, Bettina Warnecke, Michael Ruppert und RP-Redakteurin Alexandra Rüttgen (v.l.) trafen sich auf der Dachterrasse der RP zum Redaktionsgespräch. FOTO: Ralph Matzerath
Haan. Beim Redaktionsgespräch räumten das Haaner Jugendparlament und die Politiker so manches Missverständnis aus. Von Alexandra Rüttgen

Das Wertvollste an diesem Gespräch waren die Einsichten - vielleicht auch die, dass "gut gemeint" nicht immer "gut gemacht" ist. Zum Redaktionsgespräch hatte die RP Vertreter des Haaner Jugendparlaments sowie Politiker eingeladen. Es kamen Julia-Marie Sobing und Miriam Knobe (beide 18), außerdem der Koordinator des Jugendparlaments, Daniel Oelbracht, Bürgermeister Knut vom Bovert (parteilos) sowie die Bürgermeisterkandidaten Bettina Warnecke (parteilos, aufgestellt von der CDU) und Jörg Dürr (SPD), FDP-Fraktionschef Michael Ruppert, der stellvertretende WLH-Vorsitzende Peter Schniewind und die stellvertretende CDU-Vorsitzende Annette Braun-Kohl.

In jüngster Vergangenheit hatte es Verstimmungen zwischen dem Jugendparlament und der Politik gegeben; die Jugendlichen sahen sich von einigen Aktionen der Ratsmitglieder übergangen. So hatte ein WLH-Mitglied das Protokoll einer Ortsbegehung veröffentlicht, bei der die Vertreter des Jugendparlaments und der Stadtverwaltung eigentlich unter sich sein wollten. Und mit ihrem Antrag nach Aufstellen eines Streetbasketballkorbs sei auch die CDU übers Ziel hinausgeschossen, so lautete der Vorwurf. "Das Jugendparlament wurde davon überrumpelt", schilderten Sobing, Knobe und Oelbracht die Stimmungslage: "Es sollte diesmal nicht so laufen wie in den Jahren zuvor, dass die Kommunalpolitik alles an sich zieht."

"Da wollte die CDU wohl ein Abstaubertor erzielen", schmunzelte Ruppert. Braun-Kohl warb um Verständnis: "Unsere Aktion war nicht gegen das Jugendparlament gerichtet, sondern sollte ein Beschleuniger sein." Immerhin - "die Reaktionen haben auch gezeigt, dass das Jugendparlament wahrgenommen wird", gab Warnecke zu bedenken. Dürr fand beide Aktionen von WLH und CDU "unglücklich", riet aber zugleich, dass sich die Jugendlichen "Wege suchen sollten, um ihre Anliegen in die Politik zu tragen". Denn zurzeit schultert das Parlament eine große Aktion. Es sucht auch mittels Umfragen nach einem Treffpunkt für die Jugendlichen in Haan. Das Bachtal wird favorisiert. Bürgermeister vom Bovert erfreut: "Ich finde es großartig, dass das Jugendparlament sich so engagiert. Damit hat es mehr erreicht als in den Jahren zuvor." Er mahnte aber auch zu langem Atem: "Die Umsetzung des Projekts kann ein bis zwei Jahre dauern, denn wir müssen in einem Bebauungsplanverfahren bis zu 70 Behörden beteiligen."

Es schloss sich ein konstruktiver Dialog mit vielen weiteren Ideen ein. Das Jugendparlament soll künftig nicht nur über den Jugendhilfeausschuss an die Politik angebunden werden, sondern Informationen auch aus anderen, relevanten Ausschüssen erhalten. Braun-Kohl berichtete aus dem Arbeitskreis Soziale Stadt, in dem die Idee entwickelt wurde, das Jugendhaus attraktiver zu gestalten. Das Jugendparlament überlegt hingegen, die grauen Kästen der Telekom an Straßen und Wegen bunter zu gestalten. Und was kann man tun, um das Hallenbad in Haan attraktiver zu machen? "Vielleicht eine Schaum- oder Farbenparty", antworteten die Jugendlichen.

Und so folgte letztlich auch eine Einsicht der Jüngeren: "Wir wünschen uns, dass wir mit ins Boot geholt werden. Aber wir wissen auch, dass wir genauso von uns aus auf die Politiker zugehen müssen."

Quelle: RP
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