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Haan
Kinder haben im Wohnpark viel zu tun

Haan: Kinder haben im Wohnpark viel zu tun
Sudenaz zeigt das neue Logo für das Kinderangebot von Parea im Sahle-Wohnpark Auf den Schollen/Am Bandenfeld. Die 15-jährige Lisa-Marie hat das Signet entworfen. FOTO: Stephan Köhlen
Haan. Um den Anwohnern und vor allem den vielen Kindern der Sahle-Wohnanlagen Am Bandenfeld/auf den Schollen den Alltag abwechslungsreicher zu gestalten, hat sich im Jahr 2000 Parea gegründet, eine gemeinnützige Gesellschaft, die Dienstleistungen im Freizeitbereich anbietet. Von Daniele Funke

Olga Hoch holt eine Schachtel Minischaumküsse aus einem Beutel. "Hier, die habe ich Euch mitgebracht, nehmt Euch", sagt sie und strahlt "ihre" Kinder an, die sich ganz offensichtlich über die süße Kleinigkeit freuen. Die 36-Jährige ist seit vielen Jahren Mitarbeiterin von Parea und bei den Anwohnerkindern überaus beliebt. "Olga ist einfach toll", schwärmt Sudenaz, "sie gibt uns nicht nur die Spielgeräte aus, sondern sie spielt auch mit uns fangen und so."

Fußbälle, Jongliersets, Tischtennisschläger, Skateboards, Federballschläger - all diese Spielgeräte verteilt Olga Hoch dienstags bis freitags nachmittags an die bereits wartenden Kinder - bei schönem Wetter auf der großen Wiese zwischen den Hochäusern. "Da oben" - die 10-jährige Sudenaz zeigt mit den Fingern hoch nach oben - "wohne ich, im fünften Stock. Und ich komme immer ganz schnell runter, wenn die Olga wieder da ist." Bislang nannte sich das Projekt Wiesenbetreuung (WIB), nun wurde gemeinsam mit den Kindern nach einem neuen Namen und einem passenden Logo gesucht. "Der Begriff Betreuung war uns zu missverständlich", erklärt Sahle-Pressereferentin Simone Böhnisch. "Denn wir bieten keine Betreuung, wir stellen lediglich Geräte zur Verfügung und leiten die Kinder an."

Ab sofort nennt sich die Spielzeit nun "Kinder Wiesen Spaß". Das neue Logo stammt von der 15-jährigen Lisa-Marie. "Sie ist wahnsinnig kreativ", schwärmt Olga Hoch, "und nimmt regelmäßig an unseren Bastelnachmittagen teil." Denn neben der Wiesenspielzeiten verfügt die Parea auch über Räumlichkeiten vor Ort. Dort finden vom Trommelkurs in Kooperation mit der Haaner Musikschule bis zum regelmäßigen gemeinsamen Kochen weitere Freizeitangebote statt. "Wir haben letztens Donuts gebacken, das hat viel Spaß gemacht", erinnert sich die 10-jährige Artina. Auch für andere Altersgruppen bietet Parea Aktivitäten an - Wandernachmittage, Seniorenfahrten. Die Resonanz ist riesig, mittlerweile planen und organisieren die Anwohner zum Beispiel Ausflüge schon von alleine. "Das ist auch der Sinn und Zweck von Parea", fasst Simone Böhnisch nochmal zusammen, "Wir bespaßen nicht, sondern wir leiten zur Selbstorganisation an."

Seit einigen Wochen unterstützt eine zweite Mitarbeiterin, Anna Alexi, die Arbeit von Olga Hoch. Die 21-Jährige studiert zwar Architekltur, liebt aber das Zusammensein mit Kindern. Dazu gehört dann auch schon mal die Intervention oder Streitschlichtung. "Hier wurde mal ein Junge schwer gemobbt", erinnert sich Olga Hoch. "Da haben wir viel mit den Kinder geredet, uns alle an einen Tisch gesetzt und das Problem tatsächlich in den Griff bekommen." Derzeit beschäftigt die engagierte Parea-Mitarbeiterin etwas ganz anderes. "Manche Dinge machen mich einfach traurig, Wir haben hier ein Trampolin, das aufgebaut werden muss. Dazu benötigen wir zwei Männer, die ein bis zwei Stunden dafür zur Verfügung haben. Doch trotz intensiver Nachfrage - wir finden einfach niemanden, in einer Wohnanlage mit 360 Wohnungen".

Quelle: RP
 
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