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Haan/Hilden
Kindergärten: Haan will für ortsfremde Kinder Geld verlangen

Haan/Hilden: Kindergärten: Haan will für ortsfremde Kinder Geld verlangen
Blick aufs Gelände der Awo-Kindertagesstätte an der Käthe-Kollwitz-Straße. Sie legt Wert darauf, Kinder aus der Stadt Haan aufzunehmen. FOTO: Olaf Staschik
Haan/Hilden. Weil die Zahl der auswärtigen Kinder so groß ist, überlegen Verwaltung und Politik Konsequenzen. Auch der Bau einer weiteren Kita soll geprüft werden. Von Alexandra Rüttgen

Weil mit 67 überdurchschnittlich viele gemeindefremde Kinder Haaner Kindertagesstätten besuchen, will die Stadtverwaltung jetzt versuchen, von den Herkunftsstädten Ausgleichspauschalen zu verlangen. Das sagte Sozialdezernentin Dagmar Formella am Dienstagabend im Hauptausschuss. Das Kinderbildungsgesetz KiBiz bildet dafür die Rechtsgrundlage: In Form eines interkommunalen Ausgleichs kann eine Stadt 40 Prozent der Kindspauschale vom Jugendamt am Wohnsitz der gemeindefremden Kinder einfordern. Bislang sei dies noch nicht geschehen, weil das Personal keine Kapazitäten dazu hatte, sagte Haans Jugendamtsleiter Udo Thal gestern auf RP-Nachfrage.

Die Lage hat sich mit zusätzlicher Einstellung einer Halbtagskraft in seinem Amt zum 1. Mai jedoch nun entspannt: Nach der Einarbeitung sei es eine ihrer ersten Aufgaben, sich um den interkommunalen Ausgleich zu kümmern. Wie Formella versicherte, "haben wir keine Verjährungsfristen". Die Pauschale könne daher auch rückwirkend eingefordert werden.

Über die Lage in den Kindertagesstätten gab es nach dem Jugendhilfeausschuss nun auch im Hauptausschuss eine intensive Diskussion. 99 Haaner Kinder mussten abgelehnt werden, eine hohe Zahl. Bürgermeisterin Bettina Warnecke sieht das Problem in der "hohen Quote an auswärtigen Kindern" begründet. Sie sei bei der künftigen Entwicklung "das entscheidende Steuerinstrument".

In Hilden sei die Quote weitaus geringer. Dort kommen nur 28 der insgesamt 1700 Kita-Kinder von außerhalb. Das berichtet Sozialdezernent Reinhard Gatzke. Von 26 Kitas sind in Hilden acht städtisch. In Haan ist lediglich eine Kita in städtischer Trägerschaft. In Hilden gibt es eine Satzung, die auch die freien Träger dazu verpflichtet, auswärtige Kinder nur in Ausnahmefällen anzunehmen. In Haan können die freien Träger derzeit selbstständig entscheiden, wie viele auswärtige Kinder sie aufnehmen. Kitas wie die Awo-Einrichtung an der Käthe-Kollwitz-Straße, die sich selbst auferlegt hat, in erster Linie Haaner Kinder aufzunehmen, sind eher selten.

Dort beriet am Montag auch der Stadtelternrat über das Thema. Fazit: "Sicherlich muss noch eine neue Kita gebaut werden", sagt Vorsitzender Martin Buntenbroich. Er wird sich freuen: Der Hauptausschuss beschloss am Dienstagabend, die Stadtverwaltung den möglichen Ausbau von Kitas und für einen eventuellen Neubau passende Standorte prüfen zu lassen.

Quelle: RP
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