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Haan
Kleine Forscher spüren Geheimnissen nach

Haan. Der Awo-Nachbarschaftstreff Am Bandenfeld richtet sein Angebot vor allem an Familien mit Kindern. Von Daniele Funke

Jannis spricht nicht mit jedem, während er den Bachlauf nach Tieren absucht. Auf die Frage von Kindergartenfreund Ben, was er denn schon alles gefangen hat, hält der Vierjährige nur stumm, aber sichtlich stolz, seinen Forscherbecher hin. Darin etwas Wasser und zwei stecknadelkopfkleine Lebewesen. "Ah, zwei Wasserwürmer", stellt Ben fachmännisch und durchaus anerkennend fest. Niklas kann den großen Fang allerdings noch toppen. "Ich habe ein Krokodil gefangen", sagt der Fünfjährige selbstbewusst, sein Kescher allerdings ist leer. "Das hab ich aber schon wieder frei gelassen, dahinten".

Zweimal im Jahr veranstaltet der Awo-Nachbarschaftstreff "Haus für Familien" den Erlebnis- und Waldausflug "Kleine Füchse". Eingeladen sind vor allem Familien mit Kindern ab drei Jahren. "Wir bieten diese Veranstaltung immer unter einem Motto an. Heute lautet es, passend zum Frühling: Der Wald erwacht", erklärt Anke Thienhaus, stellvertretende Leiterin der Awo-Kita Am Bandenfeld im Haaner Osten. Dazu sind natürlich alle Bürger eingeladen, auch ohne Kinder." Das nahe gelegene Hühnerbachtal eignet sich hervorragend für die Erlebnistour, bei der Kinder (und Erwachsene) ihrem Forscherdrang nachgehen können. "Wir sind seit Jahren dabei und finden das immer wieder toll", erzählt Bianca Radloff und freut sich, dass das Wetter heute wunderbar mitspielt, die Sonne setzt sich zunehmend gegen die schweren Wolken durch. Trotzdem - die achtjährigen Zwillingssöhne Marvin und Marlon und der vierjährige Alexander sind, wie alle anderen Kinder, bestens ausgestattet - in Matschhose, Regenjacke und Gummistiefeln gut geschützt gegen Zecken, Mücken und Nässe. "Letztes Mal hab ich diese dicken Schnecken gefunden", erinnert sich Marvin, Mama Bianca verzieht leicht angewidert das Gesicht, "ich glaube die heißen Weinbergschnecken". Anke Thienhaus und Kollegin Doris Rotte haben einige Spiele vorbereitet, in einem Bollerwagen lagern die Utensilien dafür. "Jeder von Euch zieht jetzt einmal einen Zettel mit einer Zahl", bittet Anke Thienhaus die Kinder, nachdem die Gruppe einen geeigneten Aufenthaltsort für den Nachmittag erreicht und die Picknickdecken ausgebreitet hat. "Die Zahl sagt Euch dann, wie viele Dinge ihr jetzt hier im Wald suchen und gleich den anderen vorstellen sollt". Amber zieht die 4 und rennt aufgeregt Richtung Bach. Auch Forscher Ben dreht bereits im flachen Wasser unzählige Steine um. "Ich will einen Frosch finden", erklärt er höchstkonzentriert. Was er dann entdeckt, lässt den kleinen Jungen aufkreischen. "Schnell, schnell ein Marienkäfer im Wasser", schreit er laut, die Kinder kommen von allen Seiten angelaufen. Mit vereinten Kräften wird das kleine Insekt vor dem sicheren Tod gerettet, Amber ist erleichtert. "Ohne uns wäre der ja jetzt tot", stellt die Vierjährige selbstbewusst fest. Doris Rotte lacht. "Die Natur hat eine wahnsinnige Faszination auf Kinder. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie glücklich und intensiv die Kinder sich hier mit einfachen Dingen beschäftigen können."

Quelle: RP
 
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