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Haan
Kreis sagt Ratten effektiveren Kampf an

Haan. Die Rattenbekämpfung soll kreiswert effektiver gestaltet werden. Dies ist Inhalt der neuen öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen dem Kreis und den kreisangehörigen Städten vor der Neuausschreibung des Auftrages.

Wülfrath hatte sich als erste Stadt vor einer guten Woche interessiert gezeigt, jetzt folgt Haan. Nach einem Gutachten werden die kreisweit entstehenden Kosten auf rund 1,25 Millionen Euro geschätzt. Davon entfallen rund 889.000 Euro auf das Auslegen von Ködern in jedem zweiten Kanalschacht - kreisweit gibt es rund 76.000 Stück. Rund 357.000 Euro wird die Beköderung im öffentlichen Bereich kosten. Der Anteil für die Stadt Haan beträgt bei der Belegung jedes zweiten Kanaleinstiegs etwa 28.500 Euro. Diese Kosten können über die Abwassergebühr refinanziert werden.

Im vorigen Jahr gingen beim Ordnungsamt 211 Meldungen über Ratten außerhalb des Kanalbetriebs ein. 190 der Nager tauchten auf privaten Grundstücken auf, 21 wurden auf öffentlichen Flächen gesichtet. Wenn das Auslegen von Ködern per Einzelfall abgerechnet wird, dann führt das zu einer Summe von 4800 Euro. Würde der Haaner Anteil sich an der Einwohnerzahl orientieren, dann hätte die Stadt 21.500 Euro aufzubringen. Im vorigen Jahr summierte sich der Aufwand der Rattenbekämpfung in Haan auf 3562 Euro; zwei Drittel übernahm der Kanalbetrieb. Daneben schätzt der Sachverständige die Kosten für eine ordnungsgemäße Rattenbekämpfungsmaßnahme, die eine Privatperson ab 2017 zur Bekämpfung auf dem eigenen Grundstück in Auftrag eben müsste, auf 350 Euro.

Der Stadtrat stimmte der Vereinbarung mit dem Kreis in seiner Sitzung zu. Bei der neuen Ausschreibung der Rattenbekämpfung im vorigen Jahr gingen nur vier Angebote ein. Die günstigste Offerte lag bei 55.000 Euro, das teuerste bei 980.000 Euro. Nach Offenlegung der Preiskalkulation hielt keines der Angebote einer fachlichen Prüfung durch einen Sachverständigen stand.

Der Gutachter hielt die bisher übliche Art der Rattenbekämpfung für ineffektiv und in keiner Weise nachhaltig. Bedingt dadurch, dass Köder nur nach Befallsmeldungen ausgelegt werden, werde die Population selbst nicht verringert. Nur das einzelne Tier werde bekämpft. Eine Eindämmung von Infektionsherden können so nicht erreicht werden. Das soll sich jetzt ändern.

(-dts)
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