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Haan
Langer Samstag statt Einkaufssonntag

Haan. "Wir für Haan" will auf weitere Sonntagsöffnungen in diesem Jahr verzichten - weil nicht alle Händler teilnehmen können. Von Christoph Schmidt

Der erste Einkaufssonntag in Haan anlässlich des Brunnenfestes (19. März) wird in diesem Jahr wohl auch der Einzige bleiben. Das deutete Stefan Wassermann, Vorstand der Aktionsgemeinschaft "Wir für Haan", im Wirtschaftsförderungsausschuss an: "Wir wollen im Moment auf Verkaufssonntage verzichten. Das ist auch ein Akt der Solidarität." Damit würde der bereits genehmigte verkaufsoffene Sonntag am 9. Juli zu "Haan à la carte" ausfallen. Die Aktionsgemeinschaft will noch mit weiteren Einzelhändlern sprechen und Ende Mai eine Entscheidung treffen. Aber alles deutet darauf hin, dass es in diesem Jahr keinen weiteren Einkaufssonntag mehr geben wird.

Die Rechtslage ist wie sie ist, unterstrich Ordnungsamtsleiter Michael Rennert. Läden dürfen sonntags nur öffnen, "wenn sie unmittelbar an die Veranstaltungsfläche grenzen". Das hatte die Verwaltung zum Brunnenfest nicht eindeutig genug kommuniziert. Folge: Einige Händler waren kalt erwischt worden. Sie wollten öffnen, durften aber nicht. Und andere, die nicht öffnen durften, hatten trotzdem aufgemacht.

"Wir sollten vor Verdi nicht einknicken. Wir müssen für Haan was tun", gab sich Reinhard Zipper kämpferisch. Die FDP hatte beantragt, die Sonntagsöffnung auf die ganze Innenstadt auszudehnen. Sie auf die unmittelbar angrenzende Veranstaltungsfläche zu begrenzen sei eine "willkürliche Diskriminierung". Jens Niklaus sah die Sachlage nüchtern: "Wenn die Händler verzichten wollen, haben wir als Politik damit nichts zu tun. Wir können nur entscheiden, ob wir ins offene Messer laufen oder nicht." Eine Klage von Verdi hätte "gute Erfolgsaussichten", meinte Rennert. "Wir müssen die Rechtsprechung akzeptieren", meinte auch Harald Giebels (CDU): "Die Gerichte urteilen zugunsten der Sonntagsruhe. Das verfestigt sich immer mehr."

Die WLH wollte die Veranstaltungsfläche für "Haan à la carte" vergrößern, damit mehr Händler sonntags öffnen dürfen. Annegret Wahlers zog den Antrag nach der Diskussion zurück: "Wir warten ab, was die Händler machen."

Die Aktionsgemeinschaft will die Einzelhändler in der Innenstadt persönlich ansprechen und für einen verlängerten Samstagabend-Einkauf bis 22 Uhr gewinnen. Vorteil: Das können die Händler selbst bestimmen. Und alle Läden, die wollen, können mitmachen. Petra Lerch (GAL) bat die Verwaltung, für einen "flächendeckenden verkaufsoffenen Mittwochnachmittag" in der Innenstadt zu werben. "Das machen wir ständig", sagte Jürgen Simon von der Wirtschaftsförderung dazu: "Wir können die Händler aber nicht zwingen, zu öffnen."

Quelle: RP
 
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