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Haan
Laub ist die Herausforderung der Stunde

Haan: Laub ist die Herausforderung der Stunde
Hausmeister Gerry Meyer pustet das Laub mit dem Bläser zusammen und packt es in einen Sack. Private Haushalte nehmen zur Entsorgung am besten die braune Tonne. FOTO: Olaf Staschik
Haan. Gerd "Gerry" Meyer zieht auf dem Schulhof der Grundschule Gruiten seine Bahnen. Sein ständiger Begleiter ist in diesen Wochen der Laub-Puster. Von Andrea Bindmann

Wenn das Laub liegen bleibt, besteht erhöhte Unfallgefahr. Die Kinder können ausrutschen und sich verletzen: Also plant Gerd Meyer, Hausmeister an der Grundschule Gruiten, in diesen Wochen täglich rund eineinhalb Stunden ein, um Gehweg und Schulgelände von den bunten Blättern zu befreien, damit die Schüler in den Pausen ordentlich rumtoben können. Das wird noch wichtiger, wenn es erst wieder regnet und das Laub nicht mehr so trocken ist wie jetzt - sondern glitschig und rutschig.

Die Kinder selbst haben Spaß an der farbenfrohen Pracht: "Sie lassen die Blätter gerne fliegen oder suchen besonders schöne Exemplare zum Basteln", sagt der Hausmeister. Gerry Meyer dreht jedoch unbeirrt seine Runden, bis der Hof vom Laub befreit ist. Das dauert, liegt die Schule doch unter hohen Bäumen. "Kurz nach sieben fange ich an", verrät er. Egal, ob es stürmt oder wie aus Kübeln regnet. Wenn das nasse Laub hartnäckig am Pflaster klebt, ist Muskelkraft gefragt, da reicht der Laubbläser nicht mehr. Wind stellt die Geduld des Hausmeisters besonders auf die Probe. "Wenn man das Laub in einer Ecke zusammen hat und ein Windstoß wirbelt es wieder auf, kann man schon mal die Wut kriegen." Doch Gerry Meyer hat fleißige Helfer. Die Grundschulkinder sind sehr an seiner Maschine interessiert. Ein Junge fragt begeistert nach einem Rechen. Er will helfen. Besonders gefragt ist die "Arbeit" in dem riesigen Laubkorb. Damit dieser alle Blätter des Schulgeländes fassen kann, dürfen die Kinder auf dem Laubberg herumhopsen. Das lassen sie sich nicht zweimal sagen. Haaner, die keine fleißigen Helfer haben, müssen selbst zum Besen greifen. Laubkörbe, die von der Stadt regelmäßig geleert werden, gibt es hier nicht. "Für das Laub von Straßenbäumen geben wir am Betriebshof Laubsäcke aus", erklärt Betriebshofleiter Claus Hippel. Die werden gemeinsam mit der Biotonne abgefahren. "Laub von privaten Grundstücken am besten kompostieren", rät Hippel. "Oder ab in die braune Tonne."

Auch in Hilden gibt der Bauhof Laubsäcke aus. Bevor der bunte Blättersegen überhandnimmt, kann das Laub auch beim Wertstoffhof, Auf dem Sand, kostenlos abgegeben werden. Ab und zu werden beim Laubfegen auch Geheimnisse aufgedeckt. Heute findet Gerry Meyer in Gruiten ein verlorenes Spielzeug und kann es seinem Besitzer zurückgeben. Der Junge strahlt. Die Mühen der Arbeit sind vergessen. Kinder sehen den Herbst eben mit anderen Augen.

Betriebshof Haan, Ellscheid 9a. Bauhof Hilden, Auf dem Sand

Quelle: RP
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