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Haan
Markt zeigt ungewöhnliches Handwerk

Haan: Markt zeigt ungewöhnliches Handwerk
Michael Schrader ist Kunstschmied und hat sein Konstruktionsbüro in Haan. FOTO: Staschik
Haan. Die Auftragsbücher der Handwerker sind voll. Dennoch zeigten sich 30 unterschiedliche Betriebe am Wochenende. Von Gundel Seibel

Handwerker sind Dienstleister - in Haan präsentieren sie sich alle zwei Jahre auf dem Rathausplatz an der Alleestraße. Dort, wo sonst nur Autos parken. Und weil die Haaner viele Dienstleistungen in Anspruch nehmen, orientiert man sich gerne auf diesem Markt der vielen Möglichkeiten.

Oldtimertref und Handwerkermarkt iin Haan FOTO: Staschik, Olaf

Bürgermeister Knut vom Bovert erklärte in seiner Eröffnungsansprache am Samstag, warum die Handwerkerschaft in Haan eine so große Rolle auch als Arbeitgeber spielt. Denn, so sagte er, in Haan gebe es 400 Gewerbebetriebe mit 2000 Beschäftigten. Das sei mit 20 Prozent der Arbeitnehmer der Gartenstadt überdurchschnittlich viel und "nicht so ganz schlecht". Viele Haaner legten ihr Geld "in Steine an". Und darum erwirtschaften die Gewerbebetriebe gegenwärtig einen Umsatz von 125 Millionen Euro. "Die Auftragsbücher sind voll", hat der Bürgermeister erfahren. Und trotzdem war es dem Wirtschaftsförderungsamt wieder möglich, eine bunte Palette von Handwerksbetrieben auf den Rathausplatz zu locken.

Vom Bauboom profitiert auch der Gruitener Lehmbauer Manfred Neuhaus mit seiner Firma "lacasa". Genau richtig platziert ist er in Gruiten, denn dort findet er auch seine meisten Kunden. Die Fachwerkhaus-Besitzer dort haben großes Interesse daran, Restaurationen an ihren Häusern fachgerecht durchführen zu lassen. So erklärt Manfred Neuhaus, dass das früher verarbeitete Holz der Fachwerkhäuser für Reparaturen dringend Lehmsteine und keine Ziegel benötigt. Denn Holz und Lehm versorgen sich gegenseitig mit Feuchtigkeit oder Trockenheit, je nach Außenwitterung. Dadurch hält vor allem das Holz länger. Seine Steine bezieht er von einem Fachhändler in Viersen.

Aber auch Neubauten werden wegen des angenehmen Raumklimas oft mit Lehmsteinen gebaut, erklärt Manfred Neuhaus. Der Lehmbauer liebe seinen Beruf, sagt seine Mitarbeiterin Michaela Bast. Seine Kunden könnten mit einer "ganzheitlichen Beratung" für ihre Häuser rechnen. Fünf Angestellte arbeiten für "lacasa". Die Anwesenheit auf dem Handwerkermarkt ist für den Lehmfachmann Ehrensache.

Noch nicht so bekannt in Haan ist die Düsseldorfer Stahlart-Firma. Michael Schrader, der Chef, wohnt seit geraumer Zeit in der Haaner City und hat dort auch sein Konstruktionsbüro. Er schmiedet und schweißt Kunst und Gebräuchliches. In der Düsseldorfer Kunstszene ist er ein gefragter Künstler/Handwerker. Sogar Seminare und Workshops für Laien bietet er an. Und für Kindergeburtstags-Events bietet er "Schmieden ganz leicht" an. Ungefährlich sei das und den Kindern mache es ungeheuer viel Spaß, etwas Eigenes herzustellen. So ein Kinderworkshop für drei Stunden kostet etwa 200 Euro für acht Kinder. Auf dem Haaner Handwerkermarkt demonstrierte Michael Schrader den Besuchern seine Schmiedearbeit am offenen Feuer.

Wer keine ungewöhnliche Handwerkerarbeit zeigen konnte - wie zum Beispiel die Rolladen- und Jalousienbau GmbH Wruck - bestellte kurzerhand einen Clown. Der sorgte für Animation und Unterhaltung der Kinder und lockte die Eltern an den Stand. Aktuell ging es bei diesem Info-Stand auch um Sonnen- und Insektenschutz.

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Quelle: RP
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