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Haan
Menschliches im zeichnerischen Fokus

Haan. Mit "Körperfrüchte II" setzt Anke Büttner die Ausstellungsreihe in der Galerie Café im Dorf fort. Von Astrid Schoene

Sie hat eine eigene Kunstschule, sie ist Designerin, Dozentin... Aber die Leidenschaft der Wuppertaler Künstlerin gehört dem Zeichnen. Ihre Ausstellung "Körperfrüchte II" fügt sich wunderbar in die urigen Räume des Gruitener Cafés im Dorf ein. Man taucht ein in eine magische Bilderwelt - in alltägliche Szenerien, durchpulst von Fantasie und einem Hauch Ironie. In Sachen Mensch hat sie so einiges im zeichnerischen Fokus. Da ist die Serie "Essen" - 21 x 14,8 cm große Ölpastell-Zeichnungen über das Miteinander beim Essen, beim Genießen, beim Kommunizieren. Es wird geschmaust, geschwätzt, intrigiert, getratscht und die Tischgenossen aufs Korn genommen. Gegenüber hängt ein wilder Reigen aus der Serie "Bühne", auch kleinformatig. Gleich, ob auf der Bühne des Lebens oder auf der Theaterbühne - das Mimische, das Gestische und die Kostümierung verdichtet sich zu spannenden farbigen Impressionen. Wie ein Voyeur vor einem Guckkasten verfolgt man auf den Bildern Dialoge, Monologe. Menschliche Befindlichkeiten sind auf kleinstem Raum skizziert, präzise und kraftvoll. Am vergnüglichen Fluss der Linien erkennt man Anke Büttners Virtuosität, und stark, wie sie Charaktere und Bewegungen sichtbar macht. Im Obergeschoss des Cafés setzt sich das fort. Zuerst sieht man ihre "Tulpenköpfe" und "Dahlien" - kein Leuchten der Knospen und Blätter, eher ein Vergehen. Gerade das Dahinwelken, das Ausgeblichene der Farben fand die Künstlerin, die Design in Wuppertal studierte, für ihre Arbeiten inspirierend. Eine besondere Atmosphäre geht von den großformatigen "Duettbildern" aus. Ungewöhnlich, wie sie entstanden. Da haben zwei Künstler, Anke Büttner und Klaus Jansen gemeinsam, zur gleichen Zeit, mit Feder, Pinsel, Tusche und Ölkreide diese Fuge scheinbar flüchtig hingeworfener Akt-Skizzen geschaffen. Da ist die Frauensperson, die sich aufreizend lasziv dem Betrachter entgegenstemmt, da die, in Farbe getauchten Silhouetten schemenhafter Gestalten. Linien überlagern, überschneiden sich, bis sie einen Rhythmus bilden, traumhaft und eine Spur surreal. Ein Werk fällt aus dem Rahmen. "Hippiepaar" in Acryl. Im Spiel der Pastellfarben, erzählt die Künstlerin von Menschen und Landschaft und der Innigkeit eines Kusses.

Ausstellung 8. Mai bis 28. Juni. Geöffnet Di-Sa 14.30-18 Uhr. So 13.30 -18 Uhr. Café im Dorf, Pastor-Vömel-Straße 20, Haan-Gruiten.

Quelle: RP
 
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