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Haan
"Moki" macht Kinder zu Musikern

Haan: "Moki" macht Kinder zu Musikern
Schüler der Grundschule Mittelhaan spielen Blockflöte (hinten). Die Kinder im Vordergrund haben "Boomwhakers", ein rhythmisches Instrument. FOTO: Ola
Haan. Ein neues Projekt ermöglicht es Grundschulkindern, schon früh Instrumente kennenzulernen. Von Alexandra Rüttgen

Die Namensähnlichkeit zwischen "Moki" und "Jeki" ist nur Zufall. "Mittelhaaner-Orchester-Kinder", dafür steht das Kürzel "Moki", und es hat eigentlich nicht viel zu tun mit dem Landesprojekt "Jeki" (Jedem Kind ein Instrument), das es so ohnehin nicht mehr gibt. Darauf legen die Musikschule Haan und die Grundschule Mittelhaan großen Wert. "Wir wollen den Kindern eine wertige Ausbildung mitgeben", betonen ihre Vertreter. Die Idee allerdings ist ähnlich.

Ziel der Pädagogen beider Einrichtungen ist es, Grundschulkinder schon früh an Instrumente heranzuführen und sie so zum Musizieren zu ermuntern, dass sie schon ab dem zweiten oder dritten Schuljahr in einem Orchester mitspielen können. Mit "Moki" intensivieren die Musikschule und die Grundschule Mittelhaan ihre Zusammenarbeit. Das liegt auf der Hand, wo sich doch beide Einrichtungen ohnehin einen Gebäudekomplex teilen. Mit an Bord ist die Stadt-Sparkasse Haan, die über ihre Kultur- und Sozialstiftung bis zu 15.000 Euro ausschütten wird, um Leihinstrumente für die Kinder anzuschaffen.

Bislang haben die Eltern von 40 Mädchen und Jungen ihre Kinder angemeldet. Insgesamt umfassen die ersten Klassen 65 Kinder. "Zwei Drittel haben wir erreicht, das ist eine sehr gute Anmeldezahl", zeigt sich Musikschulleiter Thomas Krautwig zufrieden. Die Zahl wird in den kommenden Schuljahren noch wachsen.

Das Projekt "Moki" ersetzt nicht den regulären Musikunterricht; es läuft innerhalb der Schulzeit in den Randstunden. Das hat den Vorteil, dass den Kindern Anfahrtzeiten erspart bleiben und die Anleitung in einem Zeitraum läuft, in dem die Kinder noch empfänglich dafür sind. "Die meisten Ganztagsgrundschulen enden um 16 Uhr, und um 18 Uhr werden die Kinder müde. Da haben wir immer ein ganz kleines Zeitfenster", weiß Krautwig aus dem regulären Musikschulbetrieb.

Geplant ist, dass Lehrkräfte der Musikschule schon im ersten Halbjahr des ersten Schuljahres zunächst in Kleingruppen mit bis zu vier Kindern erste Notenkenntnisse und Vorübungen für das Zusammenspiel vermitteln. Im zweiten Halbjahr wird das "Instrumenten-Karussell" angeboten, bei dem die Kinder gängige Instrumente ausprobieren können. Im zweiten und dritten Schuljahr erfolgt der Instrumental-Unterricht. Parallel dazu werden zwei Orchester gegründet. "Dabei denken wir nicht an ein Sinfonieorchester", sagen Schulleiterin Alexa von Saucken und Thomas Krautwig. Im vierten Schuljahr kann das musikalische Engagement erweitert werden, indem die Kinder Mitglieder in Ensembles der Musikschule werden. Und auch dann, wenn die Mädchen und Jungen schon in weiterführende Schulen gehen, dürfen sie in "ihren" Orchestern noch mitspielen. Lutz Arnold vom Schulverein, Vater dreier Kinder, ist von dem Projekt begeistert: "Ich halte es für eine sehr gute Sache und eine unglaubliche Chance", sagt er. Auch Rainer Wetterau, Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrates, zeigt sich beeindruckt: "Das ist wirklich ein Projekt, das Teamfähigkeit und Musik unter einen Hut bringt." Daher habe die Stiftung "Moki" gerne unterstützt.

Quelle: RP
 
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