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Haan
Nach Strauss: Es gibt schon Interessenten

Haan: Nach Strauss: Es gibt schon Interessenten
Nach Angaben der Eigentümer haben sich bereits mehrere Interessenten für das Gebäude von "Strauss Innovation" ins Gespräch gebracht FOTO: Staschik
Haan. Das Geschäft schließt voraussichtlich am 23. Januar. Die Inhaber lassen es umbauen und suchen Nachfolger. Von Alexandra Rüttgen

Die Zahl der Kunden bei "Strauss Innovation" in Haan ist überschaubar, das Sortiment ungewohnt: Warme Wollstrumpfhosen in winterlichem Grau hängen neben pinkfarbenen Strandtaschen, Bikinis neben Flanellpyjamas, Osterhasen stehen neben Weihnachtsdeko. Ausverkauf bei Strauss: Voraussichtlich am 23. Januar schließt das Geschäft seine Türen. Damit ist der Standort in Haan eine von 20 Filialen der Einzelhandelskette, die im Nachgang der Insolvenz und des damit einhergehenden Einsparprogramms geschlossen werden.

Kein Wunder, sagt ein Mitarbeiter, der seinen Namen nicht genannt wissen will: "Die Haaner kaufen nicht in Haan. Wir haben vom Umfeld gelebt, von den Solingern zum Beispiel." Das hätten die regelmäßigen Postleitzahlen-Umfragen unter den Kunden gezeigt. Einst sei Strauss in Haan eine "Vorzeige-Filiale" gewesen. Das war zu den Zeiten, als es im Untergeschoss noch einen Lebensmittelmarkt gab. "Aber die Stadt hat sich nicht weiterentwickelt. Wenn hier ein Einkaufszentrum gebaut worden wäre, dann wäre das zu einem Magneten geworden. Aber so liegen wir hier zu weit vom Schuss. Hier muss man was tun", sagt der Mitarbeiter.

Die Trauer der Haaner über den Verlust "ihres" Strauss hält sich indes in Grenzen. "Bei Strauss war nie viel los", sagt Bernd Wodrich. Er sei nur selten hingegangen. "Es müsste vom unteren Neuen Markt aus einen Weg Richtung Windhövel geben", dann wäre das vielleicht anders. "Dass Strauss schließt, ist nicht schlimm", sagt auch Bettina Küpper und erinnert an das Kaufhaus "Central" an gleicher Stelle, dessen Verlust größer gewesen sei.

Und während im Erdgeschoss noch der Ausverkauf von Strauss Innovation läuft, haben im Obergeschoss schon weithin sichtbare Umbauarbeiten begonnen. "Im ersten Stock war ein Lager. Ich lasse jetzt Fensteröffnungen einbauen, um dort Platz für Büros oder Arztpraxen zu schaffen", sagt Dr. Arnd Bogatzki, Prokurist von ImmoPartner. Der Firma gehören die gewerblichen Flächen - Untergeschoss, Erdgeschoss und erster Stock. Die übrigen Geschosse des fünfstöckigen Gebäudes mit Wohnungen haben einen anderen Eigentümer.

Für den Laden von Strauss gebe es bereits Interessenten, sagt Bogatzki. Ein Vertrag sei noch nicht abgeschlossen, doch er ist zuversichtlich, dass es in den nächsten drei Monaten zu einem Abschluss kommt. Auch im Erdgeschoss werden Umbauten nötig sein, glaubt er. Die Diskussion um leer stehende Ladenlokale und einen lückenhaften Branchenmix in der Haaner Innenstadt habe er bei der Wahl seiner Mieter sehr wohl "im Hinterkopf". "Es ist allgemein bekannt, dass die Haaner Politik die Innenstadt vernachlässigt hat", so lautet seine Meinung zu diesem Thema. Zeitgleich habe Hilden "immer mehr aufgerüstet". Er besitze rund 15 Ladenlokale in Haan, "und alle sind vermietet". Damit ist er in einer glücklichen Lage, denn "wir haben kein Angebot in Haan, das die Leute dazu bewegt, in Haan einzukaufen". Und was macht er richtig, was die anderen falsch machen? "Der eine nimmt vielleicht eine zu hohe Miete, der nächste hat nicht die richtigen Kontakte, und der Dritte kümmert sich vielleicht nicht."

Quelle: RP
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