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Haan
Neue Leitungen für das Gruitener Abwasser

Haan: Neue Leitungen für das Gruitener Abwasser
An sieben Stellen in Nähe der Mettmanner Straße lässt der Bergisch-Rheinische Wasserverband zurzeit Probebohrungen vornehmen. FOTO: Olaf Staschik
Haan. Probebohrungen in Höhe des Übungsplatzes erregen zurzeit Aufsehen. Sie dienen der Vorbereitung des Bauvorhabens, das Ende 2014 startet. Von Alexandra Rüttgen

Schweres Baugerät macht sich zurzeit an der Mettmanner Straße in Höhe des Verkehrsübungsplatzes Gruiten zu schaffen. RP-Leser Danyel Niquet ist misstrauisch: "Sind das Probebohrungen zum so genannten Fracking?", fragt er sorgenvoll. Doch der Kreis Mettmann beruhigt: "Fracking ist in Gruiten kein Thema", sagt Sprecherin Daniela Hitzemann und verweist an den Bergisch-Rheinischen Wasserverband (BRW). Er sei für die Bohrungen verantwortlich.

Tatsächlich setzt der BRW mit den Probebohrungen jetzt ein lange geplantes Projekt in die Tat um: Per Überleitung soll voraussichtlich ab 2015 das Abwasser von Gruiten zum Klärwerk nach Mettmann geleitet werden. Die Bohrungen bereiten die eigentlichen Bauarbeiten vor. Das sagt Markus Koch, Leiter des Fachbereichs Abwasser beim BRW mit Sitz an Bahn- und Düsselberger Straße in Gruiten.

Das Klärwerk in Gruiten ist in die Jahre gekommen. Um es an die modernen, wasserrechtlichen Anforderungen anzupassen, hätte es für viel Geld ertüchtigt werden müssen, berichtet Koch. Daraufhin habe der Wasserverband eine Wirtschaftlichkeitsberechnung angestellt. Ihre Ergebnisse zeigten auf, dass es günstiger ist, das Abwasser nach Mettmann zu leiten, als die Kläranlage in Gruiten noch zu modernisieren. Der Kostenvorteil im Vergleich zum Ausbau des Klärwerks liegt nach Auskunft von BRW-Bereichsleiter Peter Schu bei rund 900 000 Euro. "Bezieht man die Betriebskosten und Abschreibungen mit ein, können wir mit der Pumplösung rund 170 000 Euro im Jahr einsparen."

Der Wasserverband (BRW) will nun das Gruitener Abwasser per Überlandleitung in die Kläranlage Mettmann pumpen und dort reinigen. Ist der Neubau der Überleitungen fertiggestellt, soll die Kläranlage in Gruiten geschlossen werden. Um das Abwasser zu transportieren, baut der Verband im ersten Streckenabschnitt eine 835 Meter lange, so genannte Doppeldruck-Rohrleitung, die hinter dem Südring in Mettmann endet. Weil dieser Streckenabschnitt nicht über ein natürliches Gefälle verfügt, muss das Wasser in diesen Leitungen vorangepumpt werden. Dazu soll ein Pumpwerk "Heinhausen" am Heinhauser Weg errichtet werden.

In einem weiteren Streckenabschnitt wird dann ab dem Gruitener Weg in Mettmann ein 1212 Meter langer so genannter Freispiegelkanal gebaut. "Dort kann das Wasser frei abfließen", erläutert Koch. Die Abwasserleitung mündet schließlich in einen Kanal der Stadt Mettmann.

Zurzeit bereitet der Wasserverband die Ausschreibungen für die ausführenden Fachfirmen vor. Um zu erfahren, welcher Arbeitsaufwand auf diese Firmen zukommt, werden die Probebohrungen vorgenommen. An sieben Stellen wollen die Experten des Verbandes erfahren, wie der Boden und seine Erdschichten beschaffen sind. Handelt es sich um felsigen oder eher weichen Untergrund? Das ist wichtig zu wissen, verlaufen doch die neuen Druckleitungen in einer Tiefe von 38 Metern.

Die Probebohrungen werden noch anderthalb bis zwei Wochen brauchen. Mit dem eigentlichen Baubeginn der Abwasserleitungen rechnet Koch für Ende dieses Jahres. Die Arbeiten selbst "werden ein Jahr dauern", schätzt der Fachgebietsleiter. Rund drei Millionen Euro investiert der Bergisch-Rheinische Wasserverband in sein Projekt. Das Klärwerk Mettmann habe eine Reinigungskapazität für 55 000 Einwohner. Bislang seien jedoch nur 40 000 Mettmanner angeschlossen. Damit seien genug Reserven für den zusätzlichen Anschluss der Gruitener vorhanden.

Quelle: RP
 
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