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Haan
Polizei gelingt Schlag gegen Einbrecher

Haan: Polizei gelingt Schlag gegen Einbrecher
FOTO: dpa, jan ggr iku
Haan. Ermittlungskommission konnte 40 Einbrüche aufklären und zwei Banden identifizieren. Eine steht akutell vor Gericht. Von Christoph Schmidt

Im Kreis Mettmann schnellt die Zahl der Einbrüche nach oben. "40 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr", stellt Kriminaldirektor Johannes Hermanns fest: "Wir werden von Diebesbande aus Südosteuropa überrollt." Wenn die Bürger aufmerksam und die Streifenwagen schnell sind, hat die Polizei Erfolg im Kampf gegen das Verbrechen.

So am 13. Mai in Haan-Gruiten. Kurz nach 3 Uhr wird der Bewohner eines Reihenhauses an der Mettmanner Straße durch Geräusche geweckt. Er entdeckt Einbrecher und ruft die Polizei. Zufällig fährt in diesem Moment eine Streife vorbei und sieht Taschenlampenschein auf dem Grundstück. Zwei Einbrecher fliehen und verstecken sich auf einem Friedhof, werden aber entdeckt und festgenommen. Inzwischen konnten Uwe Axnich, Leiter der Ermittlungskommission "Wohnung", und seine Mitarbeiter den beiden Albanern (24 und 29 Jahre alt) 33 Einbrüche nachweisen, darunter 20 in Haan und Erkrath: "Die Männer sind zum Teil zum Einbrechen bis in die Niederlande gefahren." Die beiden Albaner waren illegal eingereist. Ein Deutscher gewährte ihnen Unterschlupf in seiner Wohnung in Erkrath-Hochdahl. "Der Mann war bis dato nicht aufgefallen", berichtet Axnich: "Bei der Durchsuchung der Wohnung haben wir Diebesgut gefunden." Die beiden Einbrecher gingen häufig nach einer Methode vor. Sie bohrten mit einem Akku-Schrauber ein Loch durch den Holzrahmen von Terrassentüren unterhalb des Türgriffs. "Dann wird ein kräftiger Draht, etwa von einem Eimer, durchgesteckt und der Türgriff damit hochgedrückt." Eine typisch albanische Arbeitsweise: "Da scheint es eine Schule für zu geben." Bedeutet im Umkehrschluss: Schon mit einem einfachen abschließbaren Türgriff oder einem simplen Metallstab im Boden hinter der Terrassentür können Bürgern den Einbrechern die Tour vermasseln.

Die Polizei muss den Einbrechern jeden Einbruch einzeln nachweisen. Geständnisse gibt es - wie auch im vorliegenden Fall - nicht. Für die Polizisten bedeutet das oft mühsame Detektivarbeit. Im Fall der beiden Albaner fanden die Ermittler DNA-Spuren - und konnten so den Nachweis führen. Bis zur Gerichtsverhandlung bleiben die beiden mutmaßlichen Einbrecher in Untersuchungshaft. Kann die Polizei den Tätern nur einen einzigen Einbruch nachweisen, setzen Richter die Strafe häufig zur Bewährung aus - und die Angeklagten wieder auf freien Fuß, berichtet der Leiter der Ermittlungskommission: "In diesem Fall nicht. Die Staatsanwaltschaft will eine hohe Haftstrafe fordern. Das hilft und motiviert uns. Wir hoffen, dass wir die Aufklärungsquote im Kreis Mettmann in diesem Jahr bei 20 Prozent halten können."

Bis die Gerechtigkeit ihren Lauf nimmt und Täter tatsächlich hinter Schloss und Riegel sitzen, das kann in Deutschland dauern. Aktuelles Beispiel: Im vergangenen Jahr nahm die Polizei eine Bande von fünf Albanern, Kosovaren und Serben (27 bis 44 Jahre alt) fest. "20 Einbrüche könnten wir ihnen allein im Kreis Mettmann nachweisen", so Axnich. Beute: mehr als 500 000 Euro. Allein bei einem Einbruch in Ratingen erbeutete das Quintett 82.000 Euro Bargeld und Schmuck für 120.000 Euro. Dazu räumte die Bande mindestens zwölf Tankstellen in ganz Deutschland aus. Nur ein Täter hat gestanden. Er hatte bei dem Einbruch in Ratingen ein Selfie mit dem Smartphone gemacht und mit 30.000 Euro Bargeld in großen Scheinen posiert. Das Landgericht Düsseldorf will nach zwölf Verhandlungstagen am 2. Dezember die Urteile sprechen.

Quelle: RP
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