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Haan
Polizei zeigt drastische Unfallbilder

Haan: Polizei zeigt drastische Unfallbilder
Polizeihauptkommissarin Stefanie Trump berichtet über den Unfall in Ratingen mit fünf verletzten Jugendlichen. FOTO: Staschik
Haan. Das Präventionsprogramm der Polizei richtete sich gestern an gut 200 Haaner Oberstufenschüler. Von Ilka Platzek

"Crash Kurs NRW" nennt sich eine Aktion der Polizei, die jungen Verkehrsteilnehmern ab 16 Jahren eindringlich vor Augen führt, welche Schicksale mit Unfällen verbunden sind. Polizisten, Sanitäter, Feuerwehrleute und Notärzte schildern hautnah Einsätze, die sie erlebt haben und zeigen dazu Fotos, die die Öffentlichkeit normalerweise nicht zu sehen bekommt. Gut 200 Oberstufenschüler des Haaner Gymnasiums wurden gestern mit dem Präventionsprogramm konfrontiert.

Es ist still in der Aula, als Polizistin Stefanie Trump von einem Unfall berichtet, der sie noch heute beschäftigt: Fünf junge Männer sind mit einem Mercedes wegen überhöhter Geschwindigkeit verunglückt. "Das war kurz vor Silvester 2009. Zwei lagen auf der Straße, zwei saßen im Kofferraum eines anderen Autos und zitterten am ganzen Köper. Aber das Schlimmste waren die fürchterlichen Schreie des eingeklemmten Fahrers. Nie wieder werde ich die vergessen", beschreibt Trump ihre Emotionen.

Die jungen Männer wollten von Heiligenhaus nach Ratingen zu Mc Donalds. Sie waren bei regennasser Fahrbahn mit völlig überhöhtem Tempo unterwegs.

Weitere Unfallschilderungen folgen und die Schüler hören gebannt zu. Schließlich erhebt Polizist Udo Loppnow seine Stimme: " In eurem Alter fühlt man sich noch unsterblich, aber das ist man nicht. Leichtsinn muss nicht sein."

Zuletzt kommt ein Unfallopfer zu Wort. Der querschnittsgelähmte junge Mann meldet sich in Haan per Videoband, da er wegen Krankheit nicht persönlich kommen kann. Bereits seit 16 Jahren ist er auf den Rollstuhl angewiesen und findet, er habe noch Glück gehabt: Eltern, die das Haus für ihn umgebaut haben, eine Lähmung, die ihm noch den Gebrauch der Hände/Arme ermöglicht. Aber auch: "Partys im dritten Stock, die ich nicht erreiche und die Abhängigkeit von Leuten, die mich fahren."

Jens (17) hat die Veranstaltung "zum Nachdenken angeregt: Es war gut, mal etwas über die Folgen von Handytelefonaten zu hören." Michael (16) sind "die Berichte der Polizistin unter die Haut gegangen" und Moritz hat sich vorher nicht vorstellen können, "dass die Folgen für die Opfer so extrem sind."

Quelle: RP
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