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Haan
Public Singing begeistert Gesangsfreunde

Haan. Bei der Premiere zeigten sich die rund 100 Teilnehmer singfreudig, tanzwütig und rundum begeistert. Die Gastgeber, das Unterhaltungsduo Mapiano, hatte nicht annähernd mit einem solchen Andrang und Erfolg gerechnet. Von Daniele Funke

Es ist stickig und heiß in den überfüllten Räumen im Becherhus. "Sha La La la La La La" singt Melanie Arnold ins Mikrofon... "Sweet Marie, vergiss mich nicht" und mit ihr rund 100 Haaner Kehlen, die einen glasklar, die anderen rau, melodisch vielleicht auch mal ein wenig schief. Manche tanzen, andere schunkeln, schnipsen, klatschen oder schlagen Bierdeckel im Takt aneinander, es herrscht eine fast karnevalsähnliche ausgelassene Stimmung unter den Sangesfreunden.

"Das ist toll, so eine Veranstaltung hat uns in Haan gefehlt", ruft Hugo Thienhaus enthusiastisch gegen Stimmgewalt an, prostet seinem Tischnachbarn mit dem frisch gezapften Hellen zu, "eine tolle Veranstaltung". So wie dem Senior scheint es nahezu allen Teilnehmern des ersten Haaner "Rudelsingens" zu gehen. Wo immer man hinschaut, überall strahlen die Gesichter, manche singen laut und selbstbewusst mit, andere eher in sich hinein. "Solche Veranstaltungen gibt es ja bereits in vielen Städten, ich fahre sonst immer nach Solingen und Wuppertal. Toll, dass wir jetzt Public Singing auch hier haben, das ist wunderbar", schwärmt die Haanerin Barbara Assmann.

Vater Mattias Arnold und Tochter Melanie sind ein eingespieltes Team mit langjährigen Erfahrungen in der Unterhaltungsbranche. Als Duo "Mapiano" treten der Pianist - vom Habitus eines Udo Jürgens - und die ausgebildete Sängerin häufig bei Festen und Veranstaltungen auf, sie verfügen über ein Repertoire von mehr als 1000 Musikstücken. "Die Idee eines gemeinsamen Singabends mit vielen Menschen ist uns mal zuhause bei einer Feier gekommen. Wir haben niemals mit einem solchen Andrang gerechnet und freuen uns riesig darüber", sagt Melanie Arnold und strahlt über das ganze Gesicht. Überhaupt - die Leidenschaft für das was sie tut, ist unübersehbar. Sie reißt das Publikum vom ersten Lied an mit, unwiderstehlich.

Bei "Es geht mir gut" von Marius Müller-Westernhagen zeigen sich die vorwiegend älteren Teilnehmer nicht ganz so textsicher wie bei "Du liegst mir am Herzen", macht aber nichts: die Texte werden wie bei einer Karaoke-Show auf einer Leinwand angezeigt. "Ist ja besser als in der Kirche hier", ruft ein Mann seiner Frau lachend zu und scheut sich auch nicht, bei "Liebeskummer lohnt sich nicht", einen Freund theatralisch in die Arme zu schließen Das Bier fließt, zwischendurch eine Frikadelle mit Senf zur Stärkung und Lieder, die die Menschen berühren. "Bei den bekannten Stücken wie ,Marmor, Stein und Eisen bricht' geht es vor allem um Emotionen. Singen entfacht einfach die Herzen und macht glücklich", erklärt Melanie Arnold. Dann stimmt Vater Matthias die ersten Klänge des Höhner-Klassikers "Viva Colonia" an, die Menge tobt. Und "Da simma dabei, dat is prima" könnte durchaus auch als Anmeldung für das nächste Public Singing am 9. Juni im Becherhus gelten.

Quelle: RP
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