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Haan
Schmerzambulanz feiert 20-Jähriges

Haan. Dabei helfen, den Schmerz zu akzeptieren - das wollen die Ärzte am Haaner St.-Josef-Krankenhaus. Von Sandra Grünwald

Schmerzen sind etwas, das kein Mensch freiwillig ertragen möchte - und doch gibt es viele Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden. "Der Leidensweg eines normalen Schmerzpatienten ist so, dass er meist zehn Jahre hinter sich hat, bevor er zum ersten Mal einen Schmerztherapeuten sieht", weiß Dr. Peter Rensmann, Chefarzt Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin am St.-Josef-Krankenhaus in Haan. Da ist es nicht verwunderlich, dass diese Patienten oft "anstrengend" sind, weil durch die dauerhaften Schmerzen häufig auch psychische Probleme auftreten. Hinzu kommt, dass eine sinnvolle Schmerztherapie Zeit kostet. Allein für die Erstvorstellung eines Patienten wenden die Schmerztherapeuten der Schmerzambulanz am Haaner Krankenhaus rund zwei Stunden auf.

Der Aufbau einer Schmerzambulanz ist mit vielen Widrigkeiten verbunden. Das haben auch Rensmann und Dr. Michael Berger, Oberarzt Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin, erfahren müssen. Rensmann kam als Chefarzt der Anästhesie ans St.-Josef-Krankenhaus. Als Schmerztherapeut wurde er beauftragt, eine Schmerzambulanz aufzubauen. Das war vor zwanzig Jahren. Damals waren es vor allem skeptische Kollegen, die den Bedarf eines solchen Zentrums anzweifelten. "Der erste entscheidende Schritt war dann, als wir nach einem Jahr die Ermächtigung der Krankenversicherungen bekommen haben", erinnert sich Rensmann. Seitdem konnte er die Schmerzambulanz Zug um Zug aufbauen. Im Jahr 2002 kam Arzt Berger dazu. "Wir konnten es auf zwei Schultern verteilen und das Boot kam richtig in Fahrt", so Rensmann.

Um chronische Schmerzen wirkungsvoll zu behandeln, muss der Mensch in seiner Ganzheit gesehen werden. Ein Aspekt, den die Schmerzambulanz der katholischen Klinik sehr ernst nimmt. So wird dort mit unterschiedlichen Experten zusammengearbeitet. "Schmerzfreiheit ist nicht das Ziel, sondern die Akzeptanz - zu lernen, mit den Schmerzen zu leben", erklären Rensmann und Berger: "Es ist wichtig, die Therapieerwartungen zu klären." Rund 350 Patienten behandelt die Schmerzambulanz im Quartal, die Wartezeiten sind lang. Doch ist mit einem Ausbau nicht zu rechnen, da die Therapien kaum finanziert werden können.

Quelle: RP
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