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Haan
Schüler handeln erfolgreich mit Aktien

Haan: Schüler handeln erfolgreich mit Aktien
Das Siegerteam "Markus Muchachos" von der Hauptschule Zum Diek - Franziska Hahnsch, Graciela Iliadou und Lara Lancieri - mit Vorstand Udo Vierdag bei der Siegerehrung. FOTO: ola
Haan. Die Stadt-Sparkasse Haan kürte die Gewinner des "Planspiel Börse" 2015. Es gab Schnittchen und Urkunden. Von Pascal Conrads

Das Planspiel Börse 2015, organisiert von der Stadt-Sparkasse Haan, wurde gestern mit einer Siegerehrung beendet. Die ersten Gruppen strömen um viertel nach 11 in den Veranstaltungsraum des Geldinstitutes. Getränke und Schnittchen stehen auf den Tischen. Zeitgleich mit den Journalisten kommt ein Vertreter der Sparkasse herein und verteilt Infoblätter. Wer hier gleich geehrt werden soll, ist kein Banker und kein Manager, sondern Schüler. Die Gewinnergruppe "Markus Muchachos", von der Hauptschule Zum Diek, erzielte in zehn Wochen mit 55.366,93 Euro den besten Gewinn. Die drei Schüler investierten das Geld erst einmal mit Strategie: So seien Coca-Cola-Aktien gewählt worden, weil der Limo-Produzent zur Weihnachtszeit traditionell viel Werbung macht. Aber Glück hatten die Neuntklässler auch. Sie haben Aktien von Unternehmen gekauft, deren Namen sie kannten, erzählt Spielgruppenleiter Franziska Hahnsch (16). Ihre Mitstreiter Graciela Iliadou (17) und Lara Lancieri (17) antworten später, als der Vorstandschef der Sparkasse, Udo Vierdag, sie fragt, wieso sie so erfolgreich gewesen seien, sie hätten nach Gefühl gehandelt. Auch das halten die Schüler für Strategie. Die Lehrer lachen darüber. Für die Sparkasse ist die Veranstaltung sehr wichtig. Sie will jungen Leuten ein Gefühl für Geldgeschäfte vermitteln und sich selbst präsentieren.

Im "Planspiel Börse" simulieren die Teilnehmer das echte Börsengeschehen. Über unechte Depots mit einem Startkapital von 50.000 Euro handeln die Spielgruppen mit Aktien. Gewinne und Verluste richten sich am Kursverlauf des echten Börsenmarkts. Der Leiter der Hauptschule Zum Diek, Markus Helf, betont jedoch, die Verlierer an der Börse dürften nicht vergessen werden. Wirklicher Aktienhandel sei kein Spiel. Matthias Weber (18) vom Gymnasium Haan machte mit seiner Gruppe "MuscleKai" ganz ähnliche Erfahrungen: "Man steigert sich rein, wenn man Gewinne erzielt und resigniert bei Verlusten schnell ." Das Gespür für die Menge des Geldes gehe verloren, geben haben die Schüler erfahren. Die Gruppe gewann am Ende in der Kategorie "Depot Nachhaltigkeitswert" den ersten Platz. Was mit Nachhaltigkeit gemeint sei, wüssten die drei Abiturienten nicht ganz genau, schließlich hätten sie von abstürzenden Börsenkursen profitiert. Die Unternehmen müssten wohl nachhaltig sein, rätseln sie.

Udo Vierdag erzählt, die Schüler hätten besser als die Lehrlinge des Geldinstituts abgeschnitten. Die Auszubildenden spielten außer Konkurrenz mit. Die Schüler können sich gut vorstellen, später beruflich mit Aktien zu handeln. Das Planspiel zeigt, Glück und Berechnung liegen an der Börse dicht beieinander. Zu hoffen ist nur, dass Filme wie "The Wolf of Wall Street" (2013) eher abschreckend, als motivierend wirken. Das Lachen der Schüler ist durchaus ernst gemeint. 150 Euro Prämie gibt es jeweils für die Gruppen, die gewonnen haben.

Quelle: RP
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