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Haan
Schule bietet Wahlpflichtfach Feuerwehr an

Haan: Schule bietet Wahlpflichtfach Feuerwehr an
Gina und Yasmin, Schülerinnen der Emil-Barth-Realschule in Haan, lernen zweimal in der Woche Dinge wie Feuer löschen und Erste Hilfe. FOTO: Matzerath, Ralph
Haan. 14 Schüler der neunten Jahrgangsstufe der Emil-Barth-Realschule in Haan haben das Wahlpflichtfach "Feuerwehr" belegt. Zweimal in der Woche bildet Oberbrandmeister Michael Kleinsteinberg die Schüler auf dem Gelände der örtlichen Feuerwache aus.  Von Christian Schwerdtfeger

Ein Auto brennt und qualmt. Auf dem Beifahrersitz liegt eine bewusstlose Person. Jetzt muss jeder Handgriff sitzen. Irina (14) rollt den Löschschlauch vom Feuerwehrwagen ab, schließt ihn an einem Hydranten an. In der Zeit zieht ihre Freundin Julia (15) die leblose Person aus dem Wagen, stabilisiert den Körper und beginnt mit lebensrettenden Maßnahmen. Dann wird das brennende Auto gelöscht.

Nach fünf Minuten ist die realitätsnahe Übung der Feuerwehr-AG der Emil-Barth-Realschule in Haan beendet. Insgesamt 14 Schüler der neunten Jahrgangsstufe der Realschule haben das Wahlpflichtfach "Feuerwehr" belegt, die Hälfte von ihnen sind Mädchen. Zweimal in der Woche bildet Oberbrandmeister Michael Kleinsteinberg die Schüler auf dem Gelände der örtlichen Feuerwache aus. Es ist eine Kooperation zwischen Schule und Feuerwehr, die es in der Form nur in ganz wenigen Städten in Deutschland gibt. Die Schüler lernen unter anderem, wie sie einen Brand richtig löschen und eingeklemmte Personen aus Autos befreien. Zudem erhalten sie einen Erste-Hilfe-Kursus.

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Ziel ist es, die Jugendlichen für den Beruf des Brandbekämpfers zu begeistern. "Denn uns geht der Nachwuchs aus", sagt Feuerwehr-Chef Carsten Schlipköter. Er hofft, dass sich einige Schüler später bei der Jugendfeuerwehr anmelden werden, wenn die AG zu Ende ist. Bislang hat das aber noch niemand gemacht. Auch Julia und Irena nicht. Die beiden Mädchen zögern noch. "Mal schauen", sagt Irena und fügt hinzu: "Eher nicht, aber ausschließen will ich das auch nicht." Schlipköter und seine Kollegen wünschen sich, dass sich die Haltung der Schüler ändert, "zumal sie auch alle Spaß an der AG haben", so der Feuerwehr-Chef.

Für viele Rettungsorganisationen wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, noch ausreichend Nachwuchs zu bekommen. Einige befürchten sogar, dass sie ihre Aufgaben in Zukunft nicht mehr wahrnehmen können. Besonders bei den Freiwilligen Feuerwehren ist die Situation angespannt. Zwar gibt es in 390 der insgesamt 396 Städte und Gemeinden in NRW Jugendfeuerwehren, doch sinkt seit Jahren die Zahl der Menschen, die sich noch nebenberuflich zum Brandbekämpfer ausbilden lassen. Aktuell gibt es weniger als 80 000 freiwillige Feuerwehrleute in NRW. Vor zehn Jahren waren es noch mehr als 85 000.

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Um den negativen Trend aufzuhalten, versuchen die Feuerwehren alles, um den Nachwuchs frühzeitig an sich zu binden. "Anders als vielleicht noch vor 20 Jahren ist es heute leider schwieriger, Kinder für ein Ehrenamt zu ermutigen", so Schlipköter. Feuerwehrexperten sind davon überzeugt, dass man die Nachwuchsförderung nicht erst im Jugendalter, sondern schon früher beginnen sollte. Darum plädiert unter anderem der Feuerwehrverband für die flächendeckende Gründung von Kinderfeuerwehren. Doch Schlipköter warnt: "Viele Wachen sind noch nicht für Kinder ausgelegt."

Quelle: RP
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