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Haan
Schulneubau beginnt in jedem Fall 2017

Haan. Nötigenfalls wird die Notunterkunft aus der Sporthalle Adlerstraße in eine andere Immobilie verlegt, sagt Bürgermeisterin Bettina Warnecke. Von Christoph Schmidt

Der beschlossene Neubau des Gymnasiums Haan (bei laufendem Betrieb) ist das derzeit größte (26 Millionen Euro) und wichtigste Projekt der Stadt. So lange die benachbarte Sporthalle Adlerstraße noch als Notunterkunft für Flüchtlinge gebraucht wird, kann nicht begonnen werden, hatte Baudezernent Engin Alparslan im Haupt- und Finanzausschuss mitgeteilt. Und auf Fristen hingewiesen, ab denen die Stadt Haan schadensersatzpflichtig wird, wenn nicht alles so laufen kann wie geplant. Man wolle sich nicht dem Vorwurf aussetzen, die Politik nicht frühzeitig und umfassend informiert zu haben. Niemand kann sagen, wie lange Haan eine Notunterkunft für das Land vorhalten muss. "Dann wird die Notunterkunft eben verlegt", stellt Bürgermeisterin Bettina Warnecke gestern klar: "Wohin, ist noch nicht klar. Der Neubau des Gymnasiums hat Priorität." Bis Dezember 2016 muss die Sporthalle Adlerstraße demnach geräumt sein.

Haan hat 458 Flüchtlinge (Regelzuweisung) aufgenommen, 70 leben in der Notunterkunft. Aktuell (Stand: 10. November) hat die Gartenstadt ihr Aufnahme-Soll zu 37 % übererfüllt, so die Bürgermeisterin. "Bei über 100 Prozent erfolgt keine reguläre Zuweisung mehr. Wir brauchen Planungssicherheit für eine gewisse Zeit." Beim Bau von Unterkünften für die Asylsuchenden habe Haan deutliche Fortschritte gemacht. Bis Ende des Jahres stehen 225 zusätzliche Plätze zur Verfügung, erläuterten Alparslan und Sozialamtsleiter Udo Thal. Im VHS-Gebäude mit Turnhalle an der Bachstraße entstehen bis zu 65 Plätze. In der Halle werden "Kabinen" eingebaut, die für etwas mehr Privatsphäre sorgen. Ende November sind im Seminargebäude der ehemaligen Landesfinanzschule (an der Kaiserstraße) weitere 50 Betten bereit. Am Neandertalweg in Gruiten (neben dem Tennisclub) können 50 Flüchtlinge in Containern wohnen.

Das gekaufte Rockwell-Gebäude in Gruiten wird in Abschnitten umgebaut. "So kommen wir schneller voran", erläutert Alparslan. In einer Produktionshalle können bis Jahresende bereits 60 Flüchtlinge unterkommen. In der ersten Hälfte 2016 stehen Plätze für weitere 240 Asylsuchende bereit, darunter 200 im Rockwell-Gebäude und 40 im Haus Rheinland der ehemaligen Landesfinanzschule. 86 Flüchtlinge, die aktuell in der Turnhalle Steinkulle leben, werden bis Ende des Jahres in neue Quartiere verlegt. Für den Sport freigeben will Alparslan die Halle aber (noch) nicht: "Das tut mir wirklich leid. Ich kann nicht absehen, wie sich die Zuweisung von Flüchtlingen weiter entwickelt."

Quelle: RP
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