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Haan
Seniorenumfrage soll im Frühjahr ausgewertet sein

Haan. Die Fragebögen geben Aufschluss über das Leben der über 80-jährigen Haaner Bürger. Von Ralf Geraedts

Haan hat Modellcharakter. Die Stadt ist bundesweit die einzige, in der es eine Befragung der "Hochaltrigen" gegeben hat. Im Frühsommer 2017 verschickten Stadt und Seniorenbeirat 2313 Fragebögen an die Bürger über 80 Jahre. Der Rücklauf von 998 Exemplaren übertraf bei weitem die Erwartungen. "Wir hatten optimistisch mit 600 Rückläufen gerechnet", berichtete Karlo Sattler vom Seniorenbeirat im Sozial- und Integrationsausschuss. 976 Bögen konnten von der Uni Dortmund ausgewertet werden.

Die Antworten auf die 35 gestellten Fragen mit bis zu 20 Antwortoptionen offenbaren eine Vielzahl interessanter Punkte. Sattler berichtete von der überraschenden Erkenntnis, dass "der größte Teil der Hochaltrigen noch zu Fuß geht", erst dann kommt das Auto. "Das hat auch Konsequenzen auf die Stadtgestaltung", sagte Sattler. Überrascht habe auch, dass viele der Befragten erst im Alter von über 60 nach Haan zogen (ohne in einem Altenheim zu leben). Und: 77 Prozent der Hochaltrigen erhalten keinerlei Pflegeleistungen. An ihrer Wohnsituation kritisieren viele Senioren, dass es in den Häusern keine Aufzüge und oft keine Gegensprechanlagen gebe. Wohnungen seien oft zu groß und zu teuer. Paradox: trotzdem gibt es bei der Zufriedenheit Höchstwerte. Im Wohnumfeld werde oft die fehlende Barrierefreiheit kritisiert Bislang sind 150 Seiten Material und 71 Folien mit den Ergebnissen aus acht Auswertungsblöcken gefüllt worden. Anfang Februar gab es einen ersten Workshop, an dem sich rund 30 Teilnehmer - Vertreter von Kirchen, Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Bürgerstiftung und mehreren an der Altenarbeit beteiligten Institutionen - mit Details befassten. Am 6. April soll weiter beraten werden Dann steht die Frage im Mittelpunkt, was in den höchst unterschiedlichen Quartieren getan werden und was die Politik aufgreifen müsste.

Ein positives Ergebnis ist, dass die Vernetzung der an der Seniorenarbeit Beteiligten langsam in Gang kommt. Denn die Aufgaben seien so vielfältig, sagte Sattler, dass Lösungen alleine nicht erreichbar wären.

Es soll versucht werden, bis zum 29. Mai - dann steht die nächste Sitzung des Sozial- und Integrationsausschusses auf dem Programm - ein Handlungskonzept zu entwickeln. Die Stadt müsse eine Leitstelle "Älterwerden in den Quartieren" eingerichten, meinte Sattler.

Quelle: RP
 
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