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Haan
Sozialdienst will mehr Geld für Ganztag

Haan: Sozialdienst will mehr Geld für Ganztag
Seit 2005 erhält der Sozialdienst den gleichen Zuschuss von der Stadt für den Betrieb der offenen Ganztagsschule an der Don-Bosco-Schule in Haan. Geschäftsführer Hubert Gering beantragt jetzt eine Erhöhung. FOTO: Staschik
Haan. Seit Jahren zahle der SKFM beim offenen Ganztag (OGS) drauf. Die Stadt müsse dem katholischen Verein mehr für die Betreuung der Kinder zahlen, fordert Geschäftsführer Hubert Gering. Von Ilka Platzek

Hubert Gering beginnt seine Klage mit einer Demonstration. Vor ihm stehen drei Kaffeebecher: "Wir werden aus drei Töpfen bezahlt: vom Land, der Stadt und den Eltern", sagt er. "Das Land hat seine Zuzahlungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht. Auch die Elternbeiträge sind gestiegen", fährt er fort und schiebt zwei Becher vor.

"Davon merken wir als Träger leider nichts, denn wir bekommen seit zehn Jahren gleich viel gezahlt." Der dritte Becher bleibt an seiner Stelle: Seit 2005 sei der Zuschuss der Stadt unverändert, denn "die Stadt sackt die Landesmittel und die Elternbeiträge ein, so dass wir faktisch immer weniger kriegen".

Fazit: Längst sind die finanziellen Rücklagen des Sozialdiensts katholischer Männer und Frauen aufgebraucht und er zahlt bei der Betreuung der offenen Ganztagsschüler (OGS) dra uf: "Das geht auf Dauer nur, indem wir an anderer Stelle sparen, etwa indem die gesetzlichen Betreuer 45 statt 40 Personen pro Person betreuen. Dazu sind wir nicht bereit." Auch die Kirche habe bereits klargestellt, dass sie nicht mehr zahlen und keine städtischen Aufgaben übernehmen wolle. "Sie zahlt eine halbe Stelle, aber wir beschäftigen sieben oder acht Leute."

Hubert Gering ist sauer auf die Stadt, denn wenn er mehr vom Zuschuss-Kuchen haben will, sage Kämmerin Dagmar Formella, dass das OGS-Geld für die Stadtkasse bestimmt sei: "Dass die Stadt sich da bedient, ist in meinen Augen eine Frechheit. Leider darf sie das, aber andere Städte mit wenig Geld lassen wenigstens mit sich verhandeln und bessern auch mal nach."

10 Prozent Unterdeckung hat Gering ausgemacht. "Ich muss jetzt einen Antrag auf Erhöhung der Mittel stellen." Wird das abgelehnt, steht für ihn fest: "Dieses Jahr machen wir noch, aber danach ist Schluss."

110 Kinder betreut der SKFM in der OGS an der Don-Bosco-Schule. 15 Mitarbeiter, die sich acht Stellen und einen 450-Euro-Job teilen, leisten dort gute Arbeit. "Das Interesse der Eltern an Betreuungsplätzen bei uns ist groß." Sein Verdacht ist, dass die Stadt die Kinderbetreuung "einfach nur billig" haben will.

Natürlich haben die anderen Vereine und Verbände in der OGS-Betreuung ähnliche Probleme wie der SKFM. Dass sie sich aber gegen die Stadt verbünden und zusammen Forderungen stellen, kann sich Gering nicht vorstellen: "Solange der billigste Anbieter mit den Konditionen zufrieden ist, kann man da gar nichts machen." Der SKFM ist ein kleiner Verein; kleiner ist nur die private Kindergruppe, die jetzt die OGS-Betreuung an der Steinkulle abgegeben hat. "Vermutlich aus genau diesen Gründen."

Eigentlich will der SKFM nicht aus dem OGS aussteigen, stellt Gering klar. Er möchte nur, "dass die Eltern erfahren, wo ihre Beiträge landen". Nach den Sommerferien stehen Entscheidungen im Jugendhilfeausschuss und im Qualitätszirkel OGS an. Gering will um mehr Geld kämpfen und fängt gerade damit an.

Quelle: RP
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