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Haan
Sporthalle Adlerstraße wird Notquartier

Haan: Sporthalle Adlerstraße wird Notquartier
Wo bisher Schulsport getrieben und Handball gespielt wird, sollen bald Flüchtlinge einquartiert sein. Ab Dienstag richtet die Stadt in der Sporthalle Adlerstraße eine Erstaufnahme-Einrichtung des Landes ein. FOTO: Olaf Staschik
Haan. Erstmals nimmt die Stadt Haan ab kommender Woche auch Asylbewerber in einer Erstaufnahme-Einrichtung auf. Von Alexandra Rüttgen

Schüler und Lehrer sind schon dabei, die Schränke auszuräumen: Ab kommender Woche wird auch die Turnhalle des Gymnasiums Adlerstraße als Quartier für voraussichtlich rund 80 Asylbewerber genutzt. Das teilt die Stadt Haan in einer Presseerklärung mit. Es handelt sich dabei um eine Erstaufnahme-Einrichtung. Das heißt, dort werden Flüchtlinge untergebracht, die noch nicht registriert sind. Nach Auskunft von Wirtschaftsförderer Elmar Jünemann, der zum Krisenstab der Stadtverwaltung gehört, helfen THW, Caritas und Rotes Kreuz bei Ausstattung und Betreuung der Flüchtlinge.

Für den Schulsport suchen die Leiterin des Gymnasiums, Friederike von Wiser, und ihr Team zurzeit nach Lösungen. "Die Sportkollegen haben sehr kreative Ansätze", sagt von Wiser. Der Haaner Turnverein (HTV), selbst durch die Belegung in Bedrängnis geraten, hat der Schule Zeiten in der HTV-Halle angeboten. Weitere Ausweichräume könnten die Aula, einer der großen Klassenräume und andere Schulen bieten. "Außerdem haben wir ein schönes Außengelände", sagt von Wiser. Geklärt werden muss aber auch, wie es mit Parkplätzen und den Fahrradstellplätzen für Schüler weitergeht, die womöglich wegfallen, wenn Flüchtlings- und Schulbereich voneinander getrennt genutzt werden. Eine Liste mit entsprechenden Fragen hat das Gymnasium an die Stadt geschickt. "Aber uns ist klar, dass die Stadt jetzt nicht alle unsere Fragen beantworten kann", sagt von Wiser. Sie fügt hinzu: "Wir verzweifeln jetzt hier nicht."

Für die Sportvereine, die in der Dreifach-Turnhalle nicht nur trainieren, sondern auch Spiele abhalten, ist die Belegung indes "ein Riesenschlag", sagt Herbert Raddatz, Vorsitzender des Sportverbands. "Das in einer Woche auszugleichen ist nicht zu machen." Der HTV, der TSV Gruiten - der von der ebenfalls mit Flüchtlingen belegten Turnhalle Steinkulle auf die Adlerstraße auswich und nun erneut Ersatz suchen muss - vor allem aber die Unitas sind massiv betroffen. Er sei schon "ein bissschen geschockt" gewesen, als er am Donnerstagabend von der Belegung erfuhr, sagt HTV-Vorsitzender Holger Weiss. "Die Adlerstraße ist nur schwer zu ersetzen." Teilweise müssten Trainingseinheiten wegfallen, teilweise müssten Training und Spiele in anderen Städten wie Hilden oder Solingen abgehalten werden. "Die Spiele, das ist Meisterschaftsbetrieb, den kann man nicht mal eben pausieren lassen. Die Vereine würden dann ihren Liga-Platz verlieren und müssten ganz unten wieder anfangen", sagt Weiss.

Quelle: RP
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