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Haan
Sportvereine erhöhen den Druck

Haan: Sportvereine erhöhen den Druck
Die Sportgeräte sind aus der Halle Adlerstraße längst ausgeräumt. Laut Bürgermeisterin Bettina Warnecke ist nicht klar, ob die als Notunterkunft genutzte Halle im ersten Quartal 2016 wieder vom Sport genutzt werden kann. FOTO: Staschik
Haan. Die Belegung zweier Sporthallen durch Flüchtlinge muss umgehend beendet werden, fordern sie. Von Alexandra Rüttgen

Klare Worte fand Martin Blau, Vorsitzender der DJK Unitas Haan: "Es gibt 6000 Sporthallen in Deutschland. Davon sind 400 durch Flüchtlinge belegt. Zwei davon stehen in Haan." Das sei ein krasses Missverhältnis.

Die Belegung zweier Sporthallen in Haan durch Flüchtlinge muss umgehend beendet werden. Das forderten unmissverständlich die Vertreter von Sportverband und Vereinen bei der Sitzung des Bildungs- und Sportausschusses am Mittwochabend. "Leider bin ich in den letzten Wochen sehr massiv nicht nur von Sportlern, sondern auch von zahlreichen Bürgern angesprochen worden, der Sport müsse stärker gegen die Schließung der Sporthallen auftreten", teilt Herbert Raddatz, Vorsitzender des Sportverbands, mit. Der Druck im Kessel steige. "Wir müssen aufpassen, dass der nicht zu stark wird", so Raddatz.

Die Folgen der Belegung seien vielfältig. So müssen die Sportler nicht nur auf Hallen in Nachbarstädten wie Hilden, Solingen, Erkrath und Düsseldorf ausweichen, äußerst späte Trainingszeiten von 21.30 bis 23 Uhr oder gar deren ersatzlosen Wegfall hinnehmen. Die Vereine haben außerdem eine erhöhte Kostenbelastung, da sie für Trainingszeiten anderswo Hallennutzungsgebühren zahlen müssen.

Misstrauisch macht die Sportler außerdem der Umstand, dass in der Sporthalle Adlerstraße Wohnzellen eingezogen wurden. "Damit wurde ein äußeres Zeichen gesetzt, dass hier nicht nur kurzfristig Menschen untergebracht werden", kommentiert WLH-Fraktionschefin Meike Lukat gestern in einer Pressemitteilung. "Das kann man den Sportlern nicht vermitteln", sagte WLH-Ausschussmitglied Annegret Wahlers im Ausschuss. Elke Zerhusen-Elker (GAL) verteidigte die Entscheidung: "Privatsphäre braucht man jede Minute. Das kann man keinem Menschen zumuten, dort so zu leben."

Bürgermeisterin Bettina Warnecke, Gast der Ausschuss-Sitzung, betonte, die eingezogenen Wände seien lediglich aus Gipskarton. Sie versicherte: "Ich will die Notunterkunft verlegen." Doch sie könne "keine Zusage machen, das muss man der Ehrlichkeit halber sagen. Ich kann nicht versprechen, dass dies im ersten Quartal kommenden Jahres geschieht."

Sozial- und Sportdezernentin Dagmar Formella wies die Sport-Vertreter darauf hin, dass "wenn den Vereinen durch die Notunterkünfte Mehraufwendungen entstehen, können sie diese dem Land in Rechnung stellen. Wir werden außerdem versuchen, ergänzende Finanzierungen zu finden." Am Montag beschäftigt sich der Sozialausschuss in einer Sondersitzung mit dem Flüchtlingsthema. RP-Informationen zufolge sollen dann auch Möglichkeiten für eine alternative Unterbringung erörtert werden.

Quelle: RP
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