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Haan
Straßentausch: So eng sind die Gehsteige

Haan: Straßentausch: So eng sind die Gehsteige
Vorsicht! Hans-Jürgen Wolff, Anwohner der Martin-Luther-Straße, streckt die Arme aus. So will er zeigen, dass der Gehsteig schmaler ist als seine ausgebreiteten Arme. Dabei berührt ihn fast ein vorbeifahrender Lkw. FOTO: Stephan Köhlen
Haan. Anwohner sind vom Vorstoß der Bezirksregierung zum Verkehrskonzept nicht gerade begeistert. Sie fordern weiterhin: Der Lkw-Verkehr muss raus aus Haan. Von Alexandra Rüttgen

Auch wenn er noch an Krücken gehen muss: Hans-Jürgen Wolff, Anwohner der Martin-Luther-Straße und sachkundiger Bürger der WLH im Verkehrsausschuss, wird die Sitzung des Hauptausschusses heute Abend ganz gewiss besuchen.

Denn heute Abend berät die Politik, wie es weitergehen wird mit dem Lkw-Verkehrskonzept in Haan. Soll der Durchgangsverkehr künftig, wie von der Bezirksregierung Düsseldorf gefordert, über die Turn- und die Martin-Luther-Straße fließen, die jeweils zu gegenläufigen Einbahnstraßen umgewandelt werden? Soll die Turnstraße Kreisstraße bleiben und dafür ausgebaut werden? Oder - "Straßentausch" - soll die Turnstraße, eine Kreisstraße, zur Gemeindestraße und die Martin-Luther- zur Kreisstraße werden? Hans-Jürgen Wolff, der sich nicht als Stimme der WLH, sondern ausschließlich als Privatmann und Anwohner verstanden wissen will, hält nichts von alledem.

Aufmerksam hat sich Wolff das Gutachten durchgelesen, das die Politik zurzeit als Grundlage für ihre Diskussionen nutzt. Und er will Fehler darin ausgemacht haben. "Ausschüssen, Rat und Bezirksregierung werden Unterlagen zur Verfügung gestellt, die gar nicht stimmen. Es muss also zu einer Fehlentscheidung kommen", befürchtet er. Gemeinsam mit Nachbarn hat Wolff die Straßen- und Gehwegsbreiten ausgemessen. Sein Ergebnis: "Im Gutachten ist die Rede davon, dass die Bürgersteige der Martin-Luther-Straße zwei Meter breit seien. Doch das stimmt nicht. An Engstellen weisen sie gerade mal 1,10 Meter auf", sagt Wolff und zeigt eine Mappe mit Fotos. Darauf ist eine Frau mit Kinderwagen zu sehen, die große Mühe hat, den engen Bürgersteig zu passieren. "Gucken sie mal hier, da kommt kein Kinderwagen durch", sagt Wolff. Und an manchen Stellen sei auch die Fahrbahn der Martin-Luther-Straße so eng, dass "Lkw hier nicht vernünftig aneinander vorbei kommen". Ein Straßentausch also kommt für ihn nicht in Frage, und auch alle anderen Lösungen lehnt der Anwohner ab. "Alles so lassen wie es ist, aber den Schwerlastverkehr rausholen aus Haan" - das würden er und viele seiner Nachbarn viel eher bevorzugen. Dazu gebe es gleich mehrere Wegstrecken, die in Frage kommen. Sie seien kaum ein Umweg, "der Lkw-Fahrer ist gerade mal fünf bis sieben Minuten länger unterwegs."

So wie er wollen viele weitere Bürger die Sitzung des Hauptausschusses besuchen. Sie werden nicht die einzigen Gäste sein: Wie Tanja Henkel, Sprecherin der Kreisverwaltung Mettmann, bestätigt, kommen auch Landrat Thomas Hendele und die zuständige Baudezernentin Ulrike Haase. "Sie wollen dem Ausschuss Rede und Antwort stehen", sagt Henkel. Denn neben der Bezirksregierung drängt mittlerweile auch die Kreisverwaltung Mettmann auf eine Lösung für das Problem.

Quelle: RP
 
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