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Haan
Strauss schließt seine Filiale in Haan

Strauss schließt seine Filiale in Haan
Nach 26 Jahren wird die Strauss-Filiale am Windhövel Ende Januar geschlossen. Sie zählte einst zu den umsatzstärksten im Bundesgebiet. FOTO: Olaf Staschik
Haan. Der Insolvenzverwalter hat den Vertrag zum 31. Januar 2016 gekündigt. Der Eigentümer sucht bereits einen Nachfolger. Von Christoph Schmidt

Der Einzelhandel in der Haaner Innenstadt muss einen weiteren Schlag hinnehmen. Die Firma Strauss Innovation, Ankermieter im Geschäftshaus Windhövel 1, schließt Ende Januar ihre Filiale in der Gartenstadt - nach 26 Jahren. Rund zwölf Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Erst im September 2013 hatte Strauss seinen Mietvertrag für weitere fünf Jahre bis Ende 2018 verlängert. Das ist jetzt alles Makulatur. Strauss ist zum zweiten Mal insolvent. Auch die Filiale in Mettmann wird geschlossen.

Die deutsche Mittelstandsholding (Frankfurt) übernimmt etwa zwei Drittel der 77 Filialen. Haan ist nicht dabei. Insolvenzverwalter Horst Piepenburg hat das Ladenlokal zum 31. Januar 2016 gekündigt, hat Wirtschaftsförderer Elmar Jünemann vom Eigentümer erfahren: "Der Eigentümer hat einen Makler mit der Neuvermietung beauftragt." Auch aus Düsseldorf habe sich ein weiterer Makler bei der Wirtschaftsförderung gemeldet und Interesse an den Ladenflächen bekundet.

"Das ist schlecht für Haan", kommentiert Optiker Dirk Flügel, Vorsitzender des Vereins "Wir für Haan" die Nachricht. "Dabei ist die Strauss-Filiale in Haan anfangs super gelaufen." Die Kaiserstraße gehöre zum schlechter frequentierten Einzelhandel der Innenstadt: "Dort werden wir jetzt noch mehr leiden." Vielleicht finde sich ein starker Nachfolge-Mieter, hofft Flügel: "Sonst bekommen wir Probleme."

Strauss belegt Flächen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss. Vor 13 Jahren gab der Famka-Supermarkt die Verkaufsfläche im Untergeschoss (rund 1300 Quadratmeter) auf. Seitdem steht das Basement leer.

Diese Fläche und die von Strauss angemietete wurden vor zwei Jahren für 1,95 Millionen Euro von einem Immobilienfonds aus Frankfurt zum Kauf angeboten - und offenbar auch an einen Investor aus Haan verkauft. Die Eigentumswohnungen in den Obergeschossen gehören anderen Eigentümern. Wegen des Teileigentums der Gewerbeflächen ist das Geschäftshaus für Elmar Jünemann eine "Spezialimmobilie".

Das Untergeschoss (1350 Quadratmeter) ist über eine Rolltreppe mit dem Erdgeschoss verbunden, hat einen direkten Zugang zur öffentlichen Tiefgarage Schillerstraße. Dennoch findet sich kein Mieter. Jünemann weiß, warum. Die Fläche sei für einen Nutzer in der Regel zu groß, schlecht teilbar und verfüge nicht über Sanitäranlagen. "Wir haben vorgeschlagen, dass Strauss sein Lager ins Untergeschoss verlegt", berichtet der Wirtschaftsförderer von zahlreichen Ideen. "Das wollte Strauss aber nicht."

Geprüft wurde auch die Nutzung als Fitnessstudio, als Kantinen-Küche oder als türkisches Dampfbad. Gescheitert seien die Ideen meist an den hohen Investitionskosten.

"Der Weggang von Strauss wird den Haaner Einzelhandel weiter ausdünnen", fürchtet der Wirtschaftsförderer. Bereits heute kaufen viele Haaner in Hilden ein. Dort werden sie auch künftig Strauss finden. Die Strauss-Filiale Hilden bleibt nämlich erhalten.

Jünemann glaubt, dass es für die Strauss-Ladenflächen in Haan eine "Übergangslösung" geben wird - bis das seit Jahren geplante und umstrittene Einkaufszentrum realisiert wird. Der Wirtschaftsförderer ist fest davon überzeugt, dass es tatsächlich gebaut wird: "Es gibt einen neuen Vorstoß mit einem neuen Bebauungsplan."

Quelle: RP
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