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Haan/Hilden
Studienfahrt schweißt Schüler zusammen

Haan/Hilden: Studienfahrt schweißt Schüler zusammen
Joshua Heidelbeg (l.) und Moritz Brinkmann (2.v.l.) vollziehen anhand des Atlas noch einmal ihre Berlin-Fahrt nach. FOTO: Olaf Staschik
Haan/Hilden. Seit zehn Jahren reisen Oberstufenschüler des Hildener Helmholtz- und des Haaner Gymnasiums gemeinsam zu einer Studienfahrt nach Berlin. Die Woche erweitert den politischen und kulturellen Horizont der Schüler. Von Daniele Funke

In einem Punkt sind sich Sofia und Matthias vom Haaner Gymansium sowie Marius und Anna vom Helmholtz-Gymnasium absolut einig: Peer Steinbrück ist ein richtig netter Typ. Gemeinsam haben sie ihn während ihrer Studienfahrt nach Berlin Anfang Februar bei einem Besuch im Abgeordnetenhaus kennengelernt. "Eine halbe Stunde hat er sich für uns genommen, für unsere Fragen, ist richtig darauf eingegangen. Und er hat sogar noch überzogen, so dass er zu einem Folgetermin verspätet erschienen ist", erzählt Sofia begeistert.

Gemeinsam mit rund 70 Mitschülern aus den Geschichts- und sozialwissenschaftlichen Leistungskursen hat die 16-Jährige eine Woche lang Geschichte, Kultur und Politik zum Anfassen erlebt. "Wir haben das Stasigefängnis Schönhausen besucht, mit einem Zeitzeugen gesprochen. Wenn man das erlebt, wenn man dort ist, entstehen ganz andere Eindrücke, als wenn man nur davon hört", sagt Moritz. Und Anna ergänzt: "Auf einmal werden Fakten zu Gefühlen, man kann eher nachvollziehen, was damals passiert ist. Unterrichtsinhalte werden plötzlich anders greifbar."

Ermöglicht wird die Kooperationsfahrt unter anderem von der Karl-Arnold-Stiftung, die Projekte unterstützt, die jungen Menschen politisches Wissen vermitteln. "Ohne Hilfe dieser Stiftung muss man teils Jahre auf einen Termin, etwa bei einem ranghohen Politiker warten. Die gesamte Planung der Programmpunkte wird von dort aus gesteuert", erläutert Friederike von Wiser, Leiterin des Haaner Gymnasiums. Die beiden Schulen, die bereits in vielen Bereichen, zum Beispiel in gemeinsamen Leistungskursen, zusammenarbeiten, sehen in der Studienfahrt ein tragendes Element der Kooperation.

Um dies zu unterstützen, wurden die Schüler während des Berlinaufenthaltes bewusst "gemischt" - mit Erfolg: "Es sind einige Freundschaften entstanden und wir haben jetzt sogar ein Pärchen, das sich auf der Fahrt kennengelernt und verliebt hat", sagt Katharina lachend. Für die Schüler gilt die Berlinreise, wie in den Jahren zuvor, als echtes Highlight: "Ich kenne viele Schüler", meint Moritz, "die Sowi- und Geschichte-Leistungskurs vor allem wegen dieser Studienfahrt wählen."

Berlin ist nicht nur erlebte Geschichte des 20. Jahrhunderts, Berlin gilt als hip, cool, trendy. Für die 16- und 17-jährigen Schüler eine willkommene Abwechslung. "Das Gute ist, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin so günstig sind, da konnten wir in unserer Freizeit echt viel sehen", schwärmt Moritz. Einzig Musikfreak Joshua zeigt sich ein wenig frustriert: "Berlin hat mich als Kulturstadt echt enttäuscht. Wenig Straßenmusiker, wenig Clubkonzerte, echt schade. Da empfinde ich das Angebot in Köln oder Düsseldorf als größer."

Quelle: RP
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