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Haan
Telekom-Kunde wartet seit Monaten auf einen Techniker

Haan: Telekom-Kunde wartet seit Monaten auf einen Techniker
Die Telefontechnik bei Reinhold Niewöhner ist provisorisch neu verdrahtet. Die Kabel des Mieters sind von einem anderen Anbieter sauber verlegt. FOTO: ola
Haan. Weil er seinen alten Vertrag zum Abschluss eines neuen Vertrages gekündigt hat, soll Reinhold Niewöhner als Noch-Kunde keinen Anspruch mehr auf Service haben. Von Ralf Geraedts

Eigentlich ist Reinhold Niewöhner zufrieden mit seinem Kombi-Vertrag für Telefon, Internet, und Handy. Den hat er seit vielen Jahren bei der Telekom. Er hatte ein Modul gebucht, das ihm per Handy auch kostenloses Telefonieren im, ins und aus dem Ausland ermöglichte. Nicht zuletzt weil die Europäische Union die Roaming-Gebühren abgeschafft hatte, wollte Niewöhner einen neuen Vertrag zu den aktuellen Konditionen (sie sind preisgünstiger) abschließen "Das geht nicht per Anpassung, sondern nur per Kündigung", weiß er. Also kündigte er seinen Vertrag fristgerecht zum 10. Februar 2018. Das war im Oktober. Zeitgleich bat er um den Besuch eines Service-Technikers, der für einen hausinternen Umzug die Kabel im Keller neu verdrahten sollte. Darauf wartet der frühere Hals-/Nasen-/Ohrenarzt noch heute.

Stattdessen habe er ständig Anrufe von Callcentern erhalten, die ihn im Vertrag halten wollten, aber selbst nie auf seinen Wunsch eingingen, einen Techniker zu schicken. "Irgendwann bin ich wütend geworden", berichtet der 72-Jährige, der sich nach wie vor als Kunde sieht und sich nun schlecht behandelt fühlt. Als er mit seinem Anliegen telefonisch nicht weiter kam, besuchte er den Haaner Telekomladen in der Marktpassage. Dort habe er die Auskunft erhalten, wegen der Kündigung habe er keinen Anspruch mehr auf Service.

Wochenlang lebte Niewöhner schon in der Erdgeschoss-Wohnung seines Hauses am Grunderfeld, sein Telefon aber stand im Obergeschoss. Seit 1. Januar hat er die obere Wohnung vermietet - musste von daher also sein Telefonproblem technisch lösen. Der Sohn des Arztes klemmte im Keller die Drähte um. Die ragen jetzt etwas wirr aus der Anschlussdose, aber die Technik funktioniert. Der Fall lässt Oliver Griess von der Verbraucherzentrale NRW (Bereich Markt und Recht), den Kopf schütteln. "Roaming-Aufschläge gibt es nicht mehr. Da muss der Anbieter den Vertrag automatisch auf EU-Recht umstellen", erklärt er. Demnach hätte der Haaner seinen Vertrag gar nicht kündigen müssen. Und was den gewünschten Techniker-Besuch angeht, sagt der Verbraucherschützer ganz klar: "Bis zum Kündigungstermin läuft der Vertrag normal weiter. Der Anbieter muss leisten und auch einen Techniker schicken." Das sieht die Telekom offenbar anders: Gestern, nachdem die RP das Unternehmen um Stellungnahme zum Fall gebeten hatte, meldete sich das Sekretariat des Kundenservice bei Niewöhner und bestätigte die Haltung des Unternehmens. Die Kündigung sei vorrangig behandelt und darum der Techniker nicht geschickt worden. Ein Techniker-Besuch sei zudem kostenpflichtig und einen Termin könnte sie, wenn überhaupt, erst am 31. Januar zwischen 8 und 13 Uhr anbieten.

Dazu ein Zitat aus den Telekom-Verbraucher-Informationen: "Uns ist daran gelegen, Streitigkeiten mit unseren Kunden im direkten Kontakt zu klären. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice."

Quelle: RP
 
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