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Haan
Treppe am Rathaus wird zum Blickfang

Haan: Treppe am Rathaus wird zum Blickfang
Die Gerüst-Konstruktion der Nottreppe hat ihr erstes Bildmotiv bekommen. Volker Sträter und Elmar Jünemann stellte es gestern vor. FOTO: Olaf Staschik
Haan. Seit einem Jahr steht eine Nottreppe am Anbau des Rathauses. Zweckmäßig ist sie, aber schön? Elmar Jünemann will das ändern. Von Andrea Bindmann

Aus Brandschutzgründen musste die Treppe her. Doch Haaner und Rathausmitarbeiter empfinden den zusätzlichen Fluchtweg nicht gerade als optisches Schmuckstück. Nun will Elmar Jünemann von der Wirtschaftsförderung aus der Not eine Tugend machen. "Pläne, die Treppe zu gestalten, gibt es schon länger." So dachte die Verwaltung im November 2014 darüber nach, die Treppe mit einem riesigen Bild vom Park Ville d'Eu zu verhüllen. Das Projekt scheiterte an den Kosten. Auch hier spielte der Brandschutz eine Rolle. "Für die Verkleidung muss feuerfestes Material verwendet werden", so Jünemann. "Das ist bei einer so großen Fläche zu teuer."

Auch der Vorschlag, Porträts der Rathausmitarbeiter zu platzieren, stieß auf wenig Gegenliebe. Es wurde still um die Nottreppe. Bis im September die Haaner Gartenlust ihr zehnjähriges Bestehen feierte. Die Wirtschaftsförderung suchte zu diesem Anlass nach einem Motiv, das dem Thema "Gartenstadt" Ausdruck verleihen sollte. Der Illustrator Volker Sträter war Feuer und Flamme für die Idee und entwarf schließlich das Bild eines Hahns. Aus dem Entwurf entstand nicht nur eine Postkarte, sondern auch eine Plakatwand, die nun probeweise die Nottreppe ziert.

"Die Resonanz ist durchweg positiv" berichtet Jünemann. "Sowohl auf das Motiv, das deutlich dynamischer ist als das Stadtwappen, als auch auf die Positionierung. Es ist ein Blickfang." Eine Idee, die die Wirtschaftsförderung gerne weiter entwickeln möchte. Nun sind die Bürger gefragt. Aus einzelnen Quadraten können einzelne Kunstwerke gebildet werden. "Ob Einzelmotive oder flexibel angeordnet - es gibt viele Möglichkeiten." Dabei muss es nicht immer um ein Motiv gehen, das mit der Gartenstadt zu tun hat: "Fotos, Farbstudien, Kunst in jeglicher Form - alles ist denkbar", so Jünemann. Einzige Voraussetzung: Das Werk muss auf feuerfestem Untergrund gestaltet sein. Aktuell ist eine Aluminiumplatte angebracht.

Auch eine originelle Begrünung der Treppe ist drin. Derzeit ranken Weinpflanzen in die Höhe. Diese können vielleicht durch andere Pflanzen ergänzt werden. Gebäudemanagement und der Erbauer der Treppe müssen zwar noch zustimmen, doch Elmar Jünemann ist optimistisch. Volker Sträter begrüßt die Initiative: "Kunst im öffentlichen Raum? Immer. Es ist gut, wenn Kunst Bestandteil des Alltags ist und die Menschen nicht in eine Galerie gehen müssen, um mit Kunst in Berührung zu kommen." Aber: "Bei der Auswahl sollte auf Qualität geachtet werden."

Die Wirtschaftsförderung nimmt ab sofort Ideen entgegen und prüft, ob diese umsetzbar sind. So soll die Rathaustreppe, die aus der Not entstanden ist, zum Blickfang werden.

Quelle: RP
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