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Haan
Villa utopia: Caritas holt Kölner Theaterprojekt ins Flüchtlingsheim

Haan. Das kleine Mädchen will Prinzessin werden, ihr Bruder Arzt, Zahnarzt am besten - oder Feuerwehrmann? Es sind diese völlig unspektakulären Wünsche, die Anna Hankemeier zeigen: "Die Flüchtlingskinder von Haan sind in ihrer neuen Heimat angekommen." Langsam, so ganz langsam verblassen die Bilder von Krieg und Flucht in ihren Erinnerungen. Und machen Platz für das, was eigentlich da hingehört, in so einen Kinderkopf: Fantasien - je größer, desto besser. Auf Einladung von Heiko Richartz (Caritas) machte die "Villa Utopia" Halt im Flüchtlingsheim an der Kaiserstraße. Rund 30 Kinder trotzten dem fiesen Dauerregen, um spielend ihre Zukunft zu erkunden. Von Dirk Neubauer

Mit geschlossenen Augen betrachtet, ist die "Villa Utopia" riesengroß und hat unendlich viele Zimmer. Tatsächlich aber rollt ein Eriba Puck in den Innenhof der Kaiserstraße 10: 2,95 Meter lang, 1,65 Meter breit und damit ein Erwachsener darin stehen kann, muss das Dach angehoben werden - ein kultiger Leichtbau-Wohnwagen. Das Comedia Theater aus Köln hat den Wohnwagen zum Traumfänger umgebaut: Mit einer Endlos-Rolle Papier, auf die Kinder ihre Träume aufmalen können. Oder sie sprechen sie in ein Mikrofon auf einen digitalen Tonfänger. Oder - dritte und letzte Möglichkeit: Sie schicken selbst ein Zeitreise-Ei und beantworten die Frage: "Wie stellst Du Dir Deine Zukunft in zehn Jahren vor?

"Flüchtlingskinder, die gerade erst angekommen sind, wünschen sich in ihrer Muttersprache ein paar Schuhe. Oder einen Schulranzen", erzählt Anna Hankemeier, die die Villa Utopia als Lehramtsstudentin begleitet. Wenn sich die Mädchen und Jugend im Alter rund um zehn Jahre am liebsten ein Krönchen aufsetzen und den gesamten Hofstaat kommandieren würden, wenn die Kommandos dazu in deutscher Sprache aufgesagt werden - dann sind die Kinder beinahe integriert - so wie die Rasselbande in Haan. Den kleinen Wohnwagen haben sie gleich mitbemalt - oder zumindest einen Handabdruck hinterlassen. Comedia-Geschäftsführer Claus Schweizer lacht: "Das kann man abwaschen."

Aus den Wünschen, Dialogen, Sprachfetzen wird ein Theaterstück entstehen. Im Frühjahr soll Premiere gefeiert werden. Bis dahin ist die Villa Utopia unterwegs, um Material zu sammeln. Und den Flüchtlingskindern im Gegenzug ein bisschen Spaß bringen

Quelle: RP
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