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Haan
Windhövelcenter: Geteilte Meinung zu neuen Ideen

Haan. Am Dialogstand der WLH konnten sich die Bürger zum aktuellen Stand der Planung informieren. Von Daniele Funke

Es ist schon faszinierend: Seit nun mehr 30 Jahren wird das Thema Windhövelcenter in der ein oder anderen Form diskutiert. Allein zehn Jahre alt ist die große, jetzt durch Ideen für eine kleinere Variante abgelöste Centerplanung im Gespräch. Trotzdem stößt es nach wie vor auf großes Interesse bei den Haanern. "Wir haben den ganzen Vormittag ununterbrochen Gespräche geführt", erzählt Annegret Wahlers von der WLH (Wählergemeinschaft lebenswertes Haan). "Dabei hat sich herausgestellt, dass es eine geteilte Meinung zu diesem Thema innerhalb der Bevölkerung gibt."

Auch das Ehepaar Bröcker schaut sich interessiert die Pläne an. "In der abgespeckten Größe, wie es derzeit geplant ist, finde ich die Idee gut. Ein ganzes Einkaufszentrum fände ich für Haan unangebracht, aber ein Supermarkt mit großer Biotheke, dazu zwei, drei kleine Einzelhandelsläden, das würde mir gut gefallen", sagt Martina Bröcker. Frank Bröcker ergänzt: "Ich denke sogar, dass sich auch ein zweiter Drogeriemarkt in Haan halten könnte, wenn man mal sieht, wie voll unser dm samstags ist, da ist die Nachfrage auf jeden Fall vorhanden."

Das Thema Drogeriemarkt beschäftigt auch Bastian Gierling aus Gruiten. "Die jetzige Lage des dmist unkomfortabel für Familien. Wenn ich an die Zeit zurückdenke, als unsere Kinder noch Windeln brauchten, da mussten wir samstags immer einen Großeinkauf im Drogeriemarkt machen. Dazu ist es nötig, dass man mit dem Auto vor Ort parken kann. Wir haben solche Einkäufe dann in den Nachbarstädten getätigt, weil es dort unmittlelbare Parkmöglichkeiten gibt. Wenn Haan das jetzt auch bieten kann, dazu ein Lebensmittelgeschäft mit vielseitigem Vollsortiment, etwa mit großem Frischebreich, das zieht die Menschen ganz sicher an." Ob allerdings dadurch auch die Kaufkraft auf dem Neuen Markt und den angesiedelten Einzelhandelsläden gestärkt würde, darüber, so Gierling, sei er sich nicht sicher: "Der kleine Öffnungsbereich zur Fußgängerzone hin könnte ein Problem für den Belebungseffekt der gesamten Innenstadt sein."

Martin Schniewind als ehemaliger Haaner hat zum Thema "Haan als attraktive Einkaufsstadt" eine gänzlich andere Meinung: "Wenn Haan überhaupt Kaufkraft ziehen kann, dann sicher nicht über ein weiteres Lebensmittelgeschäft, sondern einzig durch kleine, individuelle Geschäfte, die ein Sortiment weit weg vom Mainstream anbieten. Das aber ist nicht möglich, da die Mieten für die kleinen Läden zu hoch sind. Also wird wieder nichts passieren. Das passt zu meinem generellen Eindruck von Haan: schlicht unambitioniert."

Das Ehepaar Stoppert aus Wuppertal Vohwinkel kommt gerne nach Haan. "Wir haben hier Freunde und wenn wir hier sind, stellen wir immer wieder fest, wie nett diese kleine Stadt ist", schwärmt Ulrike Stoppert. "Und dieser Markt hier ist einfach wunderbar. So eine schöne Atmosphäre, nette, freundliche Menschen, ein hübsches Ambiente. Wenn man das zum Beispiel mal mit Wuppertal-Elberfeld vergleicht, das sind zwei Welten." Erstmalig hört sie von den Plänen rund ums "Windhövelcenter": "Generell denke ich ganz naiv, dass mehr Geschäfte auch mehr Kaufkraft ziehen."

Ihr Ehemann gibt zu bedenken: "So einfach sehe ich das nicht. Man muss immer die kleinen Läden im Auge behalten und darf ihnen nicht noch mehr Konkurrenz vor die Nase setzen. Eine anständige Makroanalyse und ein vernünftiger Projektentwicklungsplan sind das A und O."

Quelle: RP
 
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