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Haan
Zum Abschied schießt der Konrektor

Haan. Heinz Wemmer geht nach 28 Jahren an der Emil-Barth-Realschule in den Ruhestand. Von Ralf Geraedts

55 Jahre seines Lebens hat Heinz Wemmer in der Schule zugebracht. Dabei wechselte er mehrfach die Seiten. Gestern erhielt er nach 28 Jahren als Konrektor und zeitweise kommissarischer Leiter der Emil-Barth-Realschule sein blendendes Abschlusszeugnis und wurde versetzt in den Ruhestand.

Die Aula des Schulzentrums Walder Straße war bei der Verabschiedung gut gefüllt. Wegbegleiter aus den 38 Jahren als Lehrer, Vertreter aus Rat und Verwaltung, aber auch viele Schüler waren gekommen, um Danke zu sagen und Leben und Werk von Heinz Wemmer zu würdigen. Schüler zeigten mit Klavier, Gitarre und Gesang, dass die Realschule auch einen musikalischen Schwerpunkt hat. Beim "Torwandschießen" gegen zwei Sportlehrer erzielte Wemmer dank beweglicher Ziel-Ringe die deutlich bessere Trefferquote. Und schließlich bestand er die Aufnahmeprüfung für die italienische Sprachschule; die Sprachkenntnisse wird Heinz Wemmer bei seinen Reisen außerhalb der Ferienzeit sehr gut gebrauchen können. 1978 kam der heute 63-Jährige aus dem Münsterland und trat seine erste Stelle an der Solinger Realschule Vogelsang an. 1988 wechselte er als Konrektor an die Haaner Realschule. Daneben hat der Lehrer für Mathematik und Erdkunde Fachbücher geschrieben, war Fachleiter, hat Junglehrern beigebracht, wie sich Spaß an der Mathematik vermitteln lässt. In sehr persönlichen Worten benannten Knut Hahn vom Lehrerrat, Schulleiter Reinold Mertens und Konrektorin Martina Wirtz viele Eigenschaften Wemmers: ruhiges Wesen, Kompetenz, Weisheit, Zeit für Schüler, stets ansprechbar von Kollegen, immer einen Witz parat. Und: "Er dachte Schule immer vom Schüler aus", erklärte Reinold Mertens. Den Beweis trat Wemmer selbst in seiner Abschlussrede an: "Persönlich getroffen und tief enttäuscht" sei er über die Entscheidung der Haaner Politik für eine Gesamtschule. Ein perfekt funktionierendes dreigliedriges Schulsystem werde zerstört, die neue Gesamtschule verkomme entweder "zur neuen Restschule" oder ziehe dem Gymnasium Schüler ab, so dass dessen Neubau obsolet wäre. Es fehle an Konzepten für die Zeit von drei Schulen unter einem Dach. "Das ist eine Katastrophe für zukünftige Schülergenerationen."

Quelle: RP
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