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Haan
Zuwanderer: Polizei verstärkt Streifenfahrten

Haan: Zuwanderer: Polizei verstärkt Streifenfahrten
Jörg Janke: „Wir sind darauf eingestellt, mehr Präsenz zu zeigen. Wir signalisieren, wir sind vor Ort und wir haben das im Blick.“ FOTO: Tinter, Anja
Haan. Die neuen in der Notunterkunft lebenden Flüchtlinge "machen uns ein bisschen mehr Arbeit", sagt Polizeichef Jörg Janke. Von Alexandra Rüttgen

Im Nachgang der Ereignisse in der Silvesternacht in Köln wird die Polizei ihren Umgang mit Informationen zum Thema Asylsuchende ändern. Das sagte gestern Abend der Haaner Wachleiter Jörg Janke im Sozialausschuss. Künftig sollen Straftaten, die von Asylbewerbern und Flüchtlingen begangen wurden, als solche auch benannt werden. Dazu verwende die Polizei in allen Kreispolizeibehörden Nordrhein-Westfalens künftig "die Begrifflichkeit ,Zuwanderer'", sagte Janke. Unter diesem Stichwort werden die Taten zudem auch statistisch erfasst. Begonnen wurde damit zum Jahreswechsel.

Erste Bilanz des Polizeichefs: Seitdem gab es in Haan fünf registrierte Vorgänge, auch harmlosere. Darunter aber auch der Angriff des Ladendiebs bei Rewe auf einen Detektiv am 6. Januar (die RP berichtete). Nun erklären sich auch die Worte der Rewe-Filialleiterin: "Es ist das erste Mal, dass wir hier mit so was konfrontiert werden. Wir müssen gucken, dass wir das im Auge behalten", hatte sie am darauf folgenden Tag gesagt.

Doch auch darüber hinaus sind die Haaner Polizeibeamten in besonderer Weise gefordert. Die Notunterkunft ist seit Mittwoch mit 130 Gästen belegt. Davon stammen unter anderem 57 aus Marokko, 16 aus Algerien und einer aus Ägypten. Eine weitere große Bevölkerungsgruppe kommt aus dem Irak (14). Mit den neuen Gästen ist offenbar auch ein neues Klima in der Dreifachsporthalle des Gymnasiums Adlerstraße eingezogen: "Es ist nicht so entspannt, wie das vorher war", sagte Jürgen Lenz, Leiter der Notunterkunft.

Lenz weiter: "Wir beobachten dort schon eine große spontane Erregbarkeit. Es sind Menschen, die innerhalb von Sekunden von null auf 100 kommen können." Es gebe eine "erhöhte Gewaltbereitschaft". Helferinnen, die in der Notunterkunft Essen austeilten, wurden angetatscht. Zu Beginn habe "der überwiegende Anteil von Nordafrikanern mit uns das Spiel gespielt: Wer hat hier was zu sagen", erzählte Lenz.

Ähnlich die Schilderungen von Jörg Janke: "Die neuen Bewohner machen uns ein bisschen mehr Arbeit", berichtete der Haaner Polizeichef. Anders als Flüchtlinge anderer Bevölkerungsgruppen seien die Asylbewerber aus Nordafrika häufiger auf Haaner Straßen unterwegs. "Wir sind darauf eingestellt, mehr Präsenz zu zeigen. Wir signalisieren, wir sind vor Ort und wir haben das im Blick", sagte Janke. Das bedeutet, dass die Polizei nun häufiger Streife fährt und auch der Notunterkunft öfter Besuche abstattet als bislang.

In der Notunterkunft wurde zudem das Sicherheitspersonal verstärkt. Die Hausordnung wird neu formuliert. Dabei sind die Konsequenzen bei Zuwiderhandlung streng und werden klar benannt. "Mir ist es wichtig, klare Ansagen zu machen", sagte Sozialdezernentin Dagmar Formella. Lenz: "Ich schätze, dass es zwei bis drei Wochen dauert, bis die Personen den Gemeinden zugewiesen werden. Aus meiner Sicht liegt bei diesen Personen kein Asylgrund vor." Der Sozialausschuss nahm die Berichte ohne weitere Diskussion zur Kenntnis.

 

 

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