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Hilden
15 neue Lotsen unterstützen Nachbarn

Hilden: 15 neue Lotsen unterstützen Nachbarn
Dezernent Reinhard Gatzke (r.) beglückte die neuen "Lotsen". Hinter ihm Ausbilderin Mabel Stickley, 3.v.l. vorn Sozialamtsleiterin Marie-Therese Barbezat-Rosdeck. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Wer Rat oder Unterstützung braucht, hat jetzt ehrenamtliche Ansprechpartner in seinem Stadtteil. Von Christoph Schmidt

Wie finden kranke Alleinerziehende Unterstützung bei der Kinderbetreuung? Welche Lern-Unterstützung gibt es für Kinder aus Zuwandererfamilien? Wo finden einsame Senioren Anschluss und nette Gemeinschaft? Muss man auch mit kleiner Rente TV-Gebühren zahlen? Fragen über Fragen. Gabi und Rainer Bindernagel, Karl Hubert, Esther Klein und die anderen elf frisch gebackenen "Lotsen im Quartier" kennen nicht die Antworten auf alle Fragen. Aber sie wissen, wer es wissen müsste und wie man ihn oder sie im Rathaus erreicht.

Die "Lotsen" sollen "Brückenbauer" zwischen den "Dienstleistern" im Rathaus und denen sein, die Hilfe benötigen, beglückwünschte Sozialdezernent Reinhardt Gatzke gestern die ersten 15 Freiwilligen: "Damit schlagen wir ein neues Kapitel in Hilden auf. Ich bin selbst gespannt, was daraus wird. Sie dürfen die Stadtverwaltung ruhig nerven. Sie sind die Mittler."

Die Stadt hat das Pilotprojekt gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt, dem Diakonischen Werk und der katholischen Gemeinde St. Jacobus auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit den fünf Hildener Nachbarschaftszentren sollen die "Lotsen" dafür sorgen, dass sich die Menschen in ihrem Viertel wohlfühlen.

Gerda Bode ist eine der Ältesten von ihnen. Mit 82 Jahren setzen sich andere zur Ruhe. Sie nicht: "Ich will helfen und ich kann das auch." Atika Belbachir ist 40, verheiratet und Mutter von zwei Kindern (11 und 13 Jahre alt). Sie unterrichtet Arabisch und bringt Analphabeten Lesen und Schreiben bei. Bleibt da überhaupt noch Zeit für ein Ehrenamt? "Helfen ist schön", meint Belbachir: "Ich werde viele neue Erfahrungen machen. Darauf freue ich mich."

Jutta Feulbach arbeitet bereits im Sonntagscafé und bei der Patientenbetreuung mit. "Ich muss aufpassen, dass es nicht zu viel wird", sagte die 71-Jährige: "Ich bin gespannt auf die ersten Fragen, die auf uns zukommen."

Franz Berning war früher Konstruktionsingenieur und hat für SMS ganze Walzwerke gebaut. Seit vier Jahren lebt der 75-Jährige mit seiner Frau Marietherese in Hilden. Franz Berning hat 15 Jahre im Hospiz in Erkrath geholfen und arbeitet jetzt in der Demenz-Betreuung in Hilden mit. Das ist für einen Mann eher ungewöhnlich. "Ich finde es wichtig, helfen zu können", begründet der 75-Jährige seinen freiwilligen Einsatz mit einfachen Worten: "Man bekommt viel Anerkennung und Dank zurück. Es ist ein Geben und ein Nehmen."

Mabel Stickley, Geschäftsführerin des Weiterbildungsinstituts BE-Training aus Mettmann und Psychologin, hat die "Lotsen" vier Tage auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. "Die Hilfe von Mensch zu Mensch ist es, was eine Stadt lebens- und liebenswert macht", ist sie überzeugt.

Quelle: RP
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