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Hilden
187 Hildener haben im Vorjahr Hilfe zum Lebensunterhalt bezogen

Hilden. Die Zahl der Hildener, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: von 155 (2013) über 175 (2014) auf 187 (2015). Das berichtet Andrea Niodaschweski im Sozialausschuss. Von Christoph Schmidt

Wenn die Rente nicht reicht, gewährt der Staat Hilfe zum Lebensunterhalt. 45 Bezieher mussten 2015 betreut wohnen. Das verursacht besonders hohe Kosten (knapp 395.000 Euro). Das erkläre den Anstieg der Sozialhilfe-Kosten von 906.000 Euro (2013) auf 1,364 Millionen Euro (2015), erläutert die stellvertretende Leiterin des Sozialamtes. Die Sozialhilfe wird vom Kreis Mettmann finanziert.

247 Hildener (2014: 239) unter 65 Jahren und 446 über 65 (436) bezogen im vergangenen Jahr Grundsicherung im Alter. Dafür musste der Bund 3,546 Millionen Euro aufwenden. Zum Vergleich: 2013 waren es nur 3,088 Millionen. Hintergrund: Immer mehr Erwerbsfähige werden psychisch krank und stehen dann dem Arbeitsmarkt zeitweise nicht mehr zur Verfügung, erläutert Niodaschweski.

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Hilfeempfänger und der Kosten seien niedrige Renten. Mehr als die Hälfte der Empfänger (55 Prozent) seien Frauen, die Kinder großgezogen oder als Hausfrauen nur kurze Zeit gearbeitet hätten. Andere hätten sie durch gering bezahlte Jobs zu wenig in die Rentenkasse eingezahlt. Eine private Altersvorsorge habe nicht oder nicht ausreichend stattgefunden, auch weil in der Regel das Einkommen dafür nicht reichte.

Die Grundsicherung im Alter ist nicht bedarfsdeckend. Deshalb müssen Senioren auch Hilfe zur Pflege beantragen. Im vergangenen Jahr waren das 15 Hildener unter 65 Jahre und 47 über 65. Der Kreis musste dafür 385.000 Euro aufwenden, etwas weniger als im Vorjahr 2014 (388.000 Euro).

Wohngeld ist eine weitere Sozialleistung, die vom Bund und vom Land aufgebracht wird. Es wird gewährt ab einer Einkommensgrenze (ab 2016) von 1010 Euro monatlich für Alleinstehende und 2166 Euro für einen Vier-Personenhaushalt. Durch die Wohngeldreform hat sich das Wohngeld für Hildener um rund 35 Prozent erhöht. 2015 wurden 237 Mietzuschüsse gewährt (2014: 290) in einer Höhe von 483.000 Euro (2014: 558.000 Euro).

Wenn der Unterhalt ausbleibt, können Kinder von Alleinerziehenden einen Unterhaltsvorschuss erhalten. Er wird längstens für 72 Monate gewährt. 46 Prozent der Kosten übernehmen Bund und Land, 54 Prozent trägt die Gemeinde. 2015 nahmen 274 Kinder in Hilden diese Leistung in Anspruch (2013: 302). Sie erhielten 521.000 Euro. Die Stadt konnte sich nur knapp 97.000 Euro von den Unterhaltspflichtigen zurückholen, erfuhr der Sozialausschuss. Somit wurden insgesamt knapp 229.000 Euro aus der Stadtkasse gezahlt.

Für 2017 ist eine Anhebung des Mindestunterhalts vorgesehen. Für die Stadt Hilden bedeutet das eine Ausgabensteigerung von brutto 26.000 Euro, geht man von der derzeitigen Fallzahlen aus.

Quelle: RP
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