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Kreis Mettmann
200. Geburtstag: Der Kreis im Wandel

Kreis Mettmann: 200. Geburtstag: Der Kreis im Wandel
Kreis Mettmann. Mit einer Ausstellung, die durch die zehn Städte ziehen wird, möchte der Kreis sein Jubiläum feiern. Die Schau öffnet am Samstag erstmal nur für geladene Gäste. Von Oliver Wiegand

Als Kämmerer Martin Richter vor einem knappen Jahr eine Haushaltssperre verhängen musste, war bereits klar: Den Jubiläumsfeierlichkeiten für den 200. Geburtstag des Kreises Mettmann geht es finanziell an den Kragen. Große Sprünge sind nicht drin. Hüpfburg, Bierstand und eine Würstchenbude vor dem Kreishaus wird es nicht geben.

Doch so ganz möchte der Kreis den runden Geburtstag nicht vorbeiziehen lassen. Am Samstag wird, zunächst nur für geladene Gäste, eine Ausstellung eröffnet, die im Laufe des Jahres durch alle kreisangehörigen Städte touren wird. Die Schau samt Begleitbroschüre präsentiert viele Aspekte der an Veränderungen sehr reichen Geschichte des Kreises Mettmann. Nicht nur die Kreisverwaltung mit ihren Aufgaben hat sich verändert, sondern auch die Zusammensetzung des Kreises und seine Wirtschafts- und Infrastruktur.

Zu der Ausstellung wird es einen Katalog geben, der auf der Homepage des Kreises zum Download bereitstehen wird. Gespannt sein darf man auch auf ein Poster, das vom Düsseldorfer Illustrator Jacques Tilly gezeichnet wurde. Das großformatige "Wimmelbild" zeigt alle zehn Städte des Kreises mit ihren Sehenswürdigkeiten und Eigenarten und ist ab Anfang Mai gegen eine Spende für den Förderverein "neanderland KULTUR" im Kreishaus an der Düsseldorfer Straße 26 in Mettmann, fünfte Etage, Raum 1.513, erhältlich.

Ein kurzer Blick in die Geschichte: Am 29. April 1816 wurde in der preußischen Rheinprovinz die Einteilung des Regierungsbezirkes in zwölf Kreise als rein staatliche Verwaltungsbezirke amtlich bekannt gemacht. Die Neuordnung galt mit Wirkung vom 1. Mai 1816. Für das Gebiet des heutigen Kreises Mettmann waren damals drei Kreise zuständig: Düsseldorf-Land, Mettmann und Opladen. Vier Jahre nach der ersten Kreiseinteilung wurden 1820 erste Korrekturen vorgenommen: Die Stadt Düsseldorf wurde bis 1872 Teil des Kreises Düsseldorf, der Kreis Mettmann wurde bis 1861 mit dem Kreis Elberfeld vereinigt. Im rheinisch-westfälischen Industriegebiet wurde 1929/1930 wegen des zunehmenden Industrialisierungsprozesses eine Neugliederung durchgeführt. Aus der kommunalen Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes ging der Landkreis Düsseldorf-Mettmann hervor, der aus den Landkreisen Düsseldorf, Mettmann und Essen-Kettwig gebildet wird.

1969 wurde der Landkreis Düsseldorf-Mettmann in Kreis Düsseldorf-Mettmann umbenannt. Er besteht aus elf Städten und den Ämtern Gruiten, Angerland und Hubbelrath. Mit dem am 1. Januar 1975 in Kraft getretenen "Düsseldorf-Gesetz" verlor die Stadt Monheim ihre Selbstständigkeit und wurde nach Düsseldorf eingemeindet. Dagegen klagte die Stadt und wurde zum 1. Juli 1976 eine selbstständige und zum Kreis Mettmann gehörende Stadt. Rund zehn Jahre (1966 bis 1976) dauerte der Neugliederungsprozess. Von zuvor 2324 kreisangehörigen Gemeinden blieben 396 Gemeinden, von 57 Kreisen noch 31 Kreise und von 38 kreisfreien Städten 23 Städte übrig. Aus dem Kreis Düsseldorf-Mettmann wurde der neue Kreis Mettmann: Das Gebiet wurde um Langenfeld und Monheim erweitert. Gleichzeitig verlor der Kreis die Gemeinden Kettwig, Angermund, Schöller und Hubbelrath sowie den Erkrather Ortsteil Unterbach und den Nevigeser Ortsteil Dönberg.

Quelle: RP
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