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Hilden
3M investiert elf Millionen Euro in Hilden

Hilden: 3M investiert elf Millionen Euro in Hilden
3M stärkt den Standort Hilden. In der Versuchsanlage wird die Produktion von neuen Erzeugnissen erprobt. 3M unterhält in Hilden bereits seit 14 Jahren ein Technikum. Es wird jetzt zur größten Laboranlage außerhalb der USA ausgebaut. FOTO: 3M
Hilden. Die bestehende Versuchsanlage wird zum größten Konzern-Technikum außerhalb der Vereinigten Staaten erweitert. Von Christoph Schmidt

Reflektierende Kfz-Kennzeichen und Verkehrsschilder, Grafik-Folien wie auf dem städtischen Spielmobil oder Windelverschlüssse: Überall trifft man auf Produkte aus dem 3M-Werk Hilden. Es ist mit mehr als 900 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Stadt und der größte Produktionsstandort des weltweit tätigen US-Konzerns in Europa. Ab Juni 2018 wird in Hilden auch die größte Versuchsanlage zur Entwicklung von Produktionsanlagen stehen. 3M investiert elf Millionen Euro und baut das vorhandene Technikum zu seiner größten und flexibelsten Laboranlage außerhalb der USA aus. "Die Investition stärkt 3M in Deutschland und den Standort Hilden", erläutert Dr. Jürgen Klingen, Leiter der Entwicklungsabteilung Materialien und Prozesse für Deutschland, Österreich und die Schweiz: "In Hilden können wir so ziemlich alles machen, was wir müssen."

Eine Versuchsanlage für Produktionsanlagen gibt es bereits seit 13 Jahren in Hilden. "Sie ist sehr leistungsfähig", zählt Klingen ihre Vorzüge auf: "Die Mitarbeiter sind sehr erfahren. Dazu können wir die Infrastruktur des Werks Hilden nutzen. Und nicht zuletzt hat auch die unmittelbare Nähe zu Neuss den Ausschlag gegeben." Dort ist der Sitz der 3M Deutschland GmbH und der Forschungslaboratorien. Für die Erweiterung des Technikums in Hilden muss nicht neu gebaut werden. Die nötige Fläche stehe zur Verfügung, berichtet der Leiter der Entwicklungsabteilung.

3M hält über 25.000 Patente und produziert 50.000 Produkte. Rund ein Drittel des Umsatzes wird mit Erzeugnissen gemacht, die weniger als fünf Jahre auf dem Markt sind. Was Klingens 40 Mitarbeiter in den Neusser Labors erfinden und entwickeln, wird von sechs Mitarbeitern im Technikum Hilden in kleinem Maßstab in der Produktion erprobt. Lösungsmittelfreie Verfahren und Produkte sind ein großes Thema in der Materialindustrie, erläutert Klingen - weil sie einfach nachhaltig seien. Ein anderer Trend ist Kleben. 3M entwickelt unter anderem neuartige Klebebänder und Folien für den Leichtbau, erläutert Klingen. Sie helfen im Automobil- und Flugzeugbau Ressourcen und Gewicht zu sparen.

3M hat vor einigen Monaten in Hilden eine neue Produktion für sogenannte Dual-Lock-Befestigungssysteme in Betrieb genommen und dafür fünf Millionen Euro investiert. Diese doppelseitigen, sehr haltbaren und wiederlösbaren Hochleistungsklebebänder werden unter anderem bei Türdichtungen verwendet oder um die Innenverkleidung eines Autos mit der Karosserie zu verbinden, erläutert Pressesprecher Stephan Rahn. Die bisher in den USA angesiedelte Produktion rücke damit näher an wichtige Kunden in der Region. Was Klebetechnik heute vermag, demonstrierte 3M mit seinem Spezialklebers "3M Scotch-Weld DP 760". Die Ingenieure brauchten nur einen winzigen Fleck des Superklebers von sieben Zentimeter Durchmesser, um daran einen zehn Tonnen schweren Lastwagen aufzuhängen. Das war Weltrekord und brachte 3M einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde ein.

Hildens Wirtschaftsförderer Peter Heinze wertet 3Ms 11-Millionen-Investition als "sehr sehr positiv": "Wir gehen davon aus, dass für das vergrößerte Technikum künftig auch zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden."

Quelle: RP
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