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Hilden
3M-Werk Hilden hat einen neuen Leiter

Hilden. Lutz Konze trägt jetzt Verantwortung für den größten Produktions-Standort des Technologie-Konzerns in Europa. Von Alexandra Rüttgen

Wenn Lutz Konze den Raum betritt, dann ist er präsent. Ruhig, gelassen, selbstsicher - diese Worte würden einem Beobachter wohl einfallen, müsste er die Person des gebürtigen Westfalen beschreiben. "Was ich an ihm schätze, ist seine offene Art. Er ist offen, direkt, menschlich", sagt Nadine Bock, deren Chef Lutz Konze seit Oktober vergangenen Jahres ist.

Lutz Konze ist neuer Leiter des 3M-Werks in Hilden. Er löst Hartwig Davidhaimann ab, der die Verantwortung für das 3M-Werk in Wuppertal übernommen hat. Die Position von Lutz Konze ist nicht irgendeine: "Der Standort Hilden gilt innerhalb des Konzerns als so genannter Super-Hub, also als eines der bedeutendsten Produktionszentren der Welt", erläutert 3M-Sprecher Stephan Rahn. Damit ist Konze verantwortlich für 900 Mitarbeiter an diesem Standort. "Super-Hub" heißt aus dem Englischen übersetzt übrigens so viel wie "Hauptknotenpunkt".

Ist Konze in Sachen Mitarbeiterführung eigentlich immer so gelassen? "Manchmal gibt es von mir eine klare Ansage, ja", antwortet der Werkleiter. Doch den autoritären Führungsstil schätzt er nicht: "Die Kunst eines Vorgesetzten ist es, dafür zu sorgen, dass die Eigenmotivation der Mitarbeiter erhalten und zum Wohle des Unternehmens eingesetzt wird." Dazu pflege er eine offene Kommunikation, die sich an der Sache orientiert.

Konze ist ein 3M-Gewächs. Nach seinem Studium des Chemie-Ingenieurwesens an der TU Dortmund begann er vor 26 Jahren seine Laufbahn bei 3M. "Ein super spannendes Unternehmen, das extrem innovativ ist und große Entscheidungsfreiräume bietet" - das war damals sein Eindruck, und dabei ist es bis heute geblieben. "Man hat die Möglichkeit, Dinge zu bewegen", beschreibt der 54-Jährige das Arbeitsklima bei 3M. Dazu gehört auch, dass den Beschäftigten 15 Prozent ihrer Arbeitszeit frei stehen, "um an eigenen Projekten zu arbeiten", erläutert Stephan Rahn. Mitunter kommen dabei Entwicklungen heraus, die für 3M interessant sind und vermarktet werden können.

Lutz Konze hat bei seinem Arbeitgeber schnell Führungsverantwortung übernommen. Er war Gruppenleiter und Betriebsleiter an mehreren Standorten und arbeitete zuletzt als Werkleiter bei 3M in Kamen. Dort trieb er voran, was er auch für Hilden als wichtiges Ziel erachtet: Die weitere Automatisierung des Standortes, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Dadurch fallen einfache Arbeitsplätze weg, aber zugleich werden neue geschaffen, und das vor allem für hoch qualifizierte Mitarbeiter. "Bei Neueinstellungen achten wir sehr darauf, dass sich die Mitarbeiter mit Programmierung gut auskennen."

So wird sich einiges tun am Hildener Standort: Nachdem der Konzern in den Umbau einer ehemaligen Lager- zu einer Produktionshalle rund 20 Millionen Euro investierte, sollen jetzt zwei Bereiche automatisiert werden. Die neue Produktionsanlage für das innovative Befestigungssystem "Dual Lock" wurde integriert. Die ersten dort hergestellten Produkte werden "gerade beim Kunden bemustert", berichtet Konze. Eine Beschichtungsanlage, die im vergangenen Jahr abgerissen wurde, wird in diesem Jahr neu gebaut. Auch das stärkt den Standort Hilden, der im internen konzernweiten Wettbewerb bei Verlagerung von Produktionsbereichen häufig als Gewinner abschneidet - so zum Beispiel bei "Dual Lock", um dessen Fertigung sich auch asiatische Standorte bewarben.

Und was macht Lutz Konze, Vater zweier erwachsener Töchter, wenn er Freizeit hat? Er spielt Gitarre, Saxophon oder Klarinette - für modernen Jazz schlägt sein Herz. Gerne hört er die Musik von John Coltrane, Miles Davis und den bergischen Brüder Julian und Roman Wasserfuhr - "um mal anders zu denken und einen Ausgleich vom Stress im Arbeitsleben zu finden".

Quelle: RP
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