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Hilden
51 Shakespeare-Sonette übersetzt und in Bildern interpretiert

Hilden. Eine ganz besondere Ausstellung wird am Sonntag im Kunstraum eröffnet Von Uli Schmidt

Vor 400 Jahren starb der wohl berühmteste englische Dramatiker und Lyriker. Deshalb es ist kein Zufall, dass am kommenden Sonntag, 24. April, die Ausstellung "Shakespeare - Sonette & Bilder" im Kunstraum Gewerbepark-Süd eröffnet wird. Die Zusammenarbeit von drei klugen Männern - Professor Dr. Georg Stötzel als Initiator, Dr. Hans-Werner Scharf und Dr. Harald Forst - macht es möglich, dass Kulturamtsleiterin Monika Doerr gestern eine "ganz besondere Ausstellung mit medialer Doppelbedeutung" ankündigte.

Insgesamt 154 Sonette hat William Shakespeare verfasst. Davon hat der Germanist und ehemalige Hochschullehrer Hans-Werner Scharf in seiner Freizeit 51 übersetzt. "Jahrelang habe ich mich nicht getraut". Es gibt nämlich rund 70 vollständige Übersetzungen der Sonette. Der Anspruch, sich mit so berühmten literarischen Vorbildern wie Stefan George oder Paul Celan zu messen, war groß. Seine Arbeit nicht nur schön sondern auch möglichst werkgetreu zu gestalten, lag Scharf besonders am Herzen. Harald Forst, Mediziner und Psychotherapeut, wiederum ist im Privatleben auch Künstler - und ein alter Freund aus Kindertagen. "Kannst Du mal Bilder dazu machen?", fragte der Literatur-Fachmann. "Wie soll ich das machen?" , antwortete der Maler, der bis dahin lieber in Landschaftsmalerei unterwegs war.

Die kreativen Antworten können sich sehen lassen. Für die 51 Bilder sollte man sich Zeit nehmen, denn unter jedem steht der englische Original-Text, daneben die Übersetzung. So kann auch das berühmte 18. Sonett, "das mich ein Leben lang begleitet hat", in englischer Sprache zitiert werden, in deutscher Übersetzung nachklingen und optisch seine abstrakte Interpretation finden. Viele von Forsts Kollagen sind hintergründig. Farbenfroh, witzig. Man achte beispielsweise auf Nummer Nr.3. Da ist Josef Blatter im Bild. Sogar Angela Merkel ist involviert. Erotisches dagegen abstrakt interpretiert. Auch musikalisch wird dieser Ausstellung besondere Bedeutung zuteil: Zur Eröffnung der Jazztage am 24. Mai, wird das Caroll Vanwelden Quartet mit "Shakespeares Sonnets 2" auftreten. Die Ausstellung wird bis zum 2. Juni zu sehen sein. Die Vernissage begleiten musikalisch Merle Buyken (Saxophon) und Yoschimi Yamamoto.

Quelle: RP
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