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Hilden
800 am Start beim Hildener Herzlauf

Hilden: 800 am Start beim Hildener Herzlauf
Volle Montur beim Start des Inklusionslaufs, bei dem Menschen mit und ohne Handicap unterwegs waren. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. 150 Helfer sorgten für den reibungslosen Ablauf gestern Morgen im Stadtwald. Von Isabel Klaas

"So kalt war es noch nie", sagt Claudia Büchel aus Hilden, die am Sonntagmorgen bibbernd bei vier Grad Celsius auf ihren Start zum Halbmarathon im Hildener Stadtwald wartet. Dabei ist sie schon zum vierten Mal beim Herzlauf dabei. Auch ihre Bekannten Wolfgang und Britta Offermanns, die extra aus Aachen angereist sind, frieren in der feuchten Kälte des morgendlichen Waldes. Der drastische Herbsteinbruch war zwar unangenehm, lockte aber dennoch 800 Läufer zwischen drei und 70 Jahren auf die Piste und mindestens noch einmal ebenso viele Zuschauer an.

Die jüngsten Teilnehmer joggten warm eingepackt auf den Armen ihrer Eltern mit. Auf ihrem Reklamelauf für den Verein froren offenbar nur Marita und Sabrina in flauschiger Herzverkleidung nicht.

Wer vernünftig war, ließ sich bis zu seinem Start von einer Zumba-Gruppe der Graf Trainings Fit & Dance oder Pantherettes Cheerleadern der Düsseldorfer Panther animieren und hüpfte sich vor dem Lauf warm.

48 Mitglieder hat der Verein Herzlauf mittlerweile. Zwölf davon hatten am Sonntag ein beachtliches Programm auf die Beine gestellt. "Wir nennen es Volksfest", sagt Vereinssprecherin Monika Öhm. Und das war es auch: Zuckerwatte, Würstchenstand, Getränke und Kuchen, ein bisschen Gesundheitsmesse, ein bisschen Karneval, Kinder-Unterhaltung, Tombola, Musik und Moderation - "an dem Programm haben wir ein Jahr lang gearbeitet", sagt Andi Block. 150 Helfer sorgten für den glatten Ablauf.

Unter den Erst-Läufern befanden sich Prominente wie der zukünftige Karnevalsprinz aus Hilden, Sven Döbgen. "Ich bin noch nie gelaufen", bekannte der Prinz in spe. Er sei aber Kampfsportler (Taekwondo) und von daher nicht ganz untrainiert. Er setzte ein Zeichen und beteiligte sich als Pate am ein Kilometer langen Inklusionslauf, bei dem Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam unterwegs sind.

An sechs Kilometer wagte sich untrainiert, aber gertenschlank, Max Weyers heran, der junge Schlagerstar aus Düsseldorf, der seit sechs Jahren im Karneval aktiv ist. "Hier kann ich ja gut meinen Sportgeist wecken", kommentierte er sein Lauf-Debüt. Und so beließ er es nicht bei seinem schwungvollen Bühnenauftritt, sondern schwang auch seine langen Beine hurtig zum motivierenden Trommelwirbel der Fire Drums aus Düsseldorf über die Waldwege. Dass er nicht nur singen kann und smart aussieht, bewies auch Aytug Gün, bekannt durch Deutschland sucht den Superstar (DSDS), auf seinem Sprint durchs Hildener Grün. Natürlich waren auch ein paar Autogramme fällig. Für die Veranstalter, den Verein Herzlauf, war es sehr schön, dass alle Gruppen und auftretenden Gäste kein Honorar verlangten, sondern allein für den guten Zweck arbeiteten.

Darunter war auch Profi-Moderator André Scheidt, unter anderem durch Sportmoderationen bei der DEG bekannt, und die schräge Moderatorin Käthe Köstlich fehlte ebenso wenig.

Das Startgeld von 13 bis 20 Euro plus Spenden kommt dem Kinder-und Jugendhospiz Regenbogenland Düsseldorf, der Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte Hilden und dem Friedensdorf International in Oberhausen zugute. Zehn Prozent gehen an kleinere Organisationen.

Bei den letzten drei Herzläufen kamen insgesamt 75.000 Euro zusammen.

Quelle: RP
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