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Hilden
Abiturientin will in Südafrika Gutes tun

Hilden: Abiturientin will in Südafrika Gutes tun
Da geht's hin: Linda Bruske zeigt in ihrem Atlas Südafrika. Dort wird sie ein Jahr bleiben. Das liegt rund 9000 Kilometer weit weg von Hilden. FOTO: Staschik
Hilden. Sie geht in ein Kinderheim. Der Einsatz kostet Geld, das die 19-Jährige auch über Spenden zusammenbringen will. Von Daniele Funke

Wie viele andere Abiturienten, so zieht es auch Linda Bruske nach dem Schulabschluss ins Ausland. Die 19-Jährige aber geht nicht nach Paris als Au-Pair oder reist mit dem Rucksack durch Australien. Sie möchte sich sozial engagieren und wird die kommenden zwölf Monate in einem Kinderheim in Südafrika Hilfe leisten.

Der 17. August rückt näher und näher und damit steigt auch Linda Bruskes Nervosität: An diesem Tag, einem Donnerstag, wird die 19-Jährige von Frankfurt aus nach Johannesburg reisen und die folgenden zwölf Monate rund 9000 Kilometer entfernt von ihrem Zuhause in Hilden verbringen. "Die Vorbereitungen haben fast ein Jahr gedauert. Ich habe mich die ganze Zeit schon unheimlich gefreut, aber jetzt, wo der Abschied von meiner Familie und meinen Freunden bevorsteht, ist das schon ziemlich komisch", erzählt Linda und zieht einen Flyer aus ihrer Tasche. "Dies hier ist das Kinderheim, in dem ich arbeiten werde. Und das hier" - sie zeigt auf ein Foto mit rund 25 kleinen Kindern - " ist die Gruppe, in der ich eingesetzt werde". Die 19-Jährige lächelt, ihr Blick gleitet langsam über das Bild, fast so, als würde sie jedem einzelnen Kind kurz ihre volle Aufmerksamkeit schenken. "Ich liebe Kinder. Für mich war immer klar, dass ich später mit Kindern arbeiten möchte. Erfahrungen habe ich damit bereits seit Jahren gesammelt."

Wie alle anderen Schulabgänger hat sich auch Linda Bruske irgendwann die Frage gestellt: Was möchte ich eigentlich vom Leben? Will ich direkt ins Berufsleben starten? Lieber erst einmal die Freiheit genießen? Die junge Hildenerin stöberte im Internet, recherchierte verschiedene Optionen und stieß dabei auf den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst "weltwärts".

"Ich habe mir alles genau angeschaut, und da ich eh überlegt habe, später Sozialarbeit zu studieren, passt ein solches Engagement natürlich perfekt. Das sind Erfahrungen fürs Leben, bei denen ich mich ganz sicher entwickeln und erwachsen werden kann."

Nachdem sich die Abiturientin für Südafrika entschieden hatte, fand sie im deutsch-südafrikanischen Jugendwerk (DSJW) die passende Entsendeorganisation. "Das Kinderheim, in dem ich arbeiten werde, liegt in Potchefstroom, einer kleinen Universitätsstadt etwa 120 Kilometer entfernt von Johannesburg. Schön ist, dass dort gemeinsam mit mir noch drei andere Freiwillige beginnen, so dass ich nicht ganz alleine dort bin." Ganz sicher ist das auch ein beruhigendes Gefühl für Lindas Familie, die dem engagierten Einsatz ihrer Tochter mit gemischten Gefühlen entgegenblicken. "Ich bin traurig, dass sie so lange weg ist, aber ich bin auch sehr stolz auf sie", sagt ihre Mutter. Der Vater sieht es ähnlich. "Natürlich habe ich meine Bedenken, aber vorrangig freue ich mich für sie, dass sie sich ihren großen Wunsch erfüllt."

Noch einmal öffnet Linda, die im Frühjahr ihr Abitur an der Bettine- von-Arnim-Gesamtschule gemacht hat, den Flyer des Kinderheims. "Fast 200 Kinder leben dort, nahezu alle sind Opfer traumatischer Erlebnisse und per Gerichtsbeschluss dort untergebracht. Ich freue mich darauf, mit ihnen zu spielen, mich um sie zu kümmern, vielleicht ein kleines bisschen dazu beizutragen, dass sie schöne Momente erleben", sagt sie leise und klingt plötzlich ein wenig traurig. "Hoffentlich geht mir das alles nicht zu nahe."

10.000 Euro kostet Lindas Einsatz, 75 Prozent der Kosten übernimmt das zuständige Bundesministerium. Die restlichen 2500 Euro sollen möglichst über die Freiwilligen selbst finanziert werden. Weil das viel Geld ist, freut sich die engagierte junge Hildenerin über Spenden von Menschen, denen entwicklungspolitische Hilfe genauso am Herzen liegt, wir ihr selbst. "Vielleicht mag mich ja tatsächlich der ein oder andere unterstützen. Es besteht auch die Möglichkeit einer Spendenquittung. Ich würde mich wahnsinnig über eine Unterstützung freuen."

Kontakt: l.bruske@web.de. Mehr Infos zur Organisation: www.dsjw.de.

Quelle: RP
 
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