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Claudia Schlottmann
"Absage der SPD finde ich sehr schade"

Claudia Schlottmann: "Absage der SPD finde ich sehr schade"
Vertritt den Südkreis mit Langenfeld, Monheim und Teilen Hildens, ihrer Heimatstadt: Claudia Schlottmann, zweifache Mutter, ist 54 Jahre alt. FOTO: rm-
Hilden. Die neue Landtagsabgeordnete aus Hilden will kommunalpolitisch aktiv bleiben. Sie nehme den Wählerwillen aber ernst.

Claudia Schlottmann (CDU) ist gespannt auf die Koalitionsverhandlungen in Düsseldorf. Sie spricht über ihr Glücksgefühl und dankt vielen Helfern.

Sie waren am Wahlabend zurückhaltend bis zur endgültigen Entscheidung: Fast 43 Prozent für Sie als Landtagsneuling gegen Konkurrent Jens Geyer. Was war das für ein Gefühl?

Claudia Schlottmann Ein tolles Gefühl, ich war überglücklich, dass der Wähler unsere intensive Arbeit der letzten Wochen und Monate mit dem Mandat belohnt hat.

Wem danken Sie in der Rückschau?

Schlottmann Es ist unheimlich schwer, einzelne herauszunehmen ohne vielleicht den einen oder anderen zu verletzen. Das möchte ich nicht. Die Mitglieder der drei Stadtverbände, genau wie die Junge Union, die Frauen Union und die Senioren Union der drei Stadtverbände, haben eine fantastische Arbeit geleistet und sehr sehr viel Einsatz gezeigt, über den ich mich sehr gefreut habe und für den ich sehr dankbar bin.

Mit welchem Thema haben Sie am stärksten bei den Wählern gepunktet?

Schlottmann Ich denke, dass es nicht das eine Thema gab. Die drei Themen, die wir besonders angepackt haben, zum einen die Infrastruktur mit den unsäglichen Staus in NRW. Zum anderen das Thema innere Sicherheit mit den Stichworten "Fall Amri", "Kölner Silvesternacht", dem Unsicherheitsgefühl der Menschen und zum dritten mit dem Thema Bildung. Die Diskussion um den Unterrichtsausfall und die Inklusion waren immer wieder in unterschiedlichen Phasen des Wahlkampfes Hauptthema für unsere Gespräche mit den Bürgern. Dazu gab es eine generelle Unzufriedenheit in der Bevölkerung, dass die rot-grüne Landesregierung die Probleme des Landes nicht angefasst hat.

Kleiner Rückblick: Wie war die erste Woche in Düsseldorf?

Schlottmann Spannend. Es fand die erste Fraktionssitzung statt. Die CDU-Fraktion hat viele neue Abgeordnete, die sich erst einmal kennen lernen müssen. In den Tagen bis zur konstituierenden Sitzung des Landtages am 1. Juni gibt es unter anderem noch viele organisatorische Fragen zu klären und Entscheidungen zu treffen. Sehr froh bin ich darüber, dass diese Woche die Koalitionsverhandlungen starten werden. Wenn es gut läuft, sind wir dann bis zu den Sommerferien startklar.

Kleiner Blick voraus: Wie wird die nächste Woche dort?

Schlottmann Dienstag findet die zweite Fraktionssitzung statt, das wird mit Sicherheit, auch im Hinblick auf die Ankündigung der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen, sehr interessant.

Die SPD hat einer großen Koalition frühzeitig eine Absage erteilt. Was halten Sie davon?

Schlottmann Das finde ich sehr schade. Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass es nach einer solchen Wahl schmerzt, als Wahlverlierer in Verhandlungen zu gehen. Gleichzeitig wollten aber knapp 30 Prozent der Bürger dieses Landes die SPD in der Regierung sehen, diese sind nun doppelt enttäuscht.

Sie wollten in einer ersten Stellungnahme Ihre Ämter in Hilden behalten. Welche werden Sie abgeben?

Schlottmann Ich bin bereits bei der parteiinternen Kandidatenaufstellung mit dem Ziel angetreten, die kommunale Ebene stärker mit der Landesebene zu verzahnen. Dieses Ziel gilt auch nach der Wahl und lässt sich am besten umsetzen, wenn ich meine Mitarbeit in Hilden nicht komplett einstelle. Meine Aufgabe als Fraktionsgeschäftsführerin werde ich abgestimmt mit meiner Ratsfraktion bis zu den Sommerferien an meinen Nachfolger oder die Nachfolgerin übergeben... Darüber hinaus habe ich mit meiner Fraktion abgesprochen, dass wir bis zur turnusmäßigen Neu- oder Wiederwahl des Fraktionsvorstandes im September warten, weil ich dann absehen kann, welcher Zeitaufwand für die Aufgaben erforderlich ist, mit denen mich die Landtagsfraktion beauftragt.

Müssten Sie nicht eigentlich alle Hildener Aktivitäten aufgeben, wenn Sie den Wählerwillen ernst nehmen - und ganz für den Landtag da sein?

Schlottmann Sie können sicher sein, dass ich den Wählerwillen ausgesprochen ernst nehme. Allerdings bin ich gerade auch in Hilden im Wahlkampf von vielen Bürgerinnen und Bürgern angesprochen worden, dass ich doch bitte kommunalpolitisch tätig bleiben möge. Viele meiner neuen Kollegen im Landtag sind ebenfalls auf kommunaler Ebene aktiv, - sei es in Kreistagen und oder Stadträten. Dies macht im Hinblick auf die von mir beklagte fehlende Vernetzung zwischen kommunaler Ebene und Landesebene durchaus auch Sinn.

GÖKÇEN STENZEL STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
 
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